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1

Montag, 10. September 2007, 16:46

Was sind Tutulusfibeln????

Wie habe ich mir diese Fibeln vorzustellen? Wie werden die geschlossen und womit? Habe die noch nie im RL gesehen, sollen aber typisch für nordhessen/Westerwald/Siegerland sein...

Steve Lenz

unregistriert

abundantes

unregistriert

3

Montag, 10. September 2007, 17:24

hm...
kann mir aus den bilder nicht erklären wie die funktionieren sollen...
mit einer nadel durch die ösen???
*kratzt sich am kopf*

4

Montag, 10. September 2007, 21:44

Bin auch rätseln wie das funzen soll.... Hab sie noch an keinem gesehen...

Steve Lenz

unregistriert

5

Montag, 10. September 2007, 22:40

Vielleicht bin ich morgen eh in der Historicums-Bibliothek, dann kann ich mal gucken, ob ich zufällig in situ Bilder finde.

Aktuell läuft mein Ideenspektrum von festgenadelt bis auf Trägermaterial aufgenäht... :lesen:

gabanorix

unregistriert

6

Dienstag, 11. September 2007, 20:54

jeansknopf

ja, festgenadelt oder aufgenäht leuchtet ein, soweit sind gabi und ich auch gekommen.
aufgenäht noch eher als genadelt, weil das fach irgendwie doch zu flach ist, um genügend stoff aufnehmen zu können, damit das ganze nicht dauernd rumkippelt.
festgenäht erinnert das ja irgendwie an einen überdimensionalen jeansknopf, aber nennt man sowas dann noch fibel ?

wie ist eigrntlich"fibel" genau definiert ? stellt sich mir grad die frage...

sebastian

abundantes

unregistriert

7

Dienstag, 11. September 2007, 21:39

hm...
jeansknopf...
ich hab eigentlich keine vorstellung wie gross die dinger eigentlich sind, is mir grad aufgefallen...
wenn sie im weiter gefassten sinn "knopfgrösse" haben - der knopflichstick war ja schon bekannt, oder? - wär dann ein zweiseitiger knopf denkbar, so wie ein manschettenknopf?

oder is das jetzt totaler mist? :)

abundantes

unregistriert

8

Dienstag, 11. September 2007, 21:40

stich sollte das jetzt heissen, nicht stick

gabanorix

unregistriert

9

Dienstag, 11. September 2007, 21:56

garderobenhaken

hmm, angeblich 65mm-80mm, wenn ich mich nicht verlesen hab. das kommt eher einem garderobenhaken nahe, als einem jeansknopf.

10

Mittwoch, 12. September 2007, 11:04

Mir ist die Funktionsweise der Tutulusfibeln auch nicht klar. Knopffunktion (und Knopflochnaht) sind nach gängiger Lesart erst eine Erfindung des Mittelalters. Jedenfalls nicht vorgeschichtllich.
Der Begriff wird auch für eine römerzeitliche Fibel verwendet, was das Ganze nicht leichter macht...
Mir kommen die Funde der Schnippenburg unvollständig vor. Möglicherweise fehlen einfach die kleinen Nadelreste etc.

Thomas

abundantes

unregistriert

11

Mittwoch, 12. September 2007, 11:39

zum vergleich:
hab von der römischen tutulusfibel nur dieses bild heir gefunden: ist ein replikat im archäologischen museum frankfurt:
http://www.archaeologisches-museum.frank…p/replikate.htm

12

Mittwoch, 12. September 2007, 21:15

Na, da hab ich ja ne gute Frage gestellt, wenn es so wenig Leute wissen :zwinker:
Die Fibeln wurden unter anderem auch am Hess. Dünsberg gefunden, Design Fariationen wie bei den übrigen Fibeln von LT A-D scheints nich zu geben, die sehen genauso aus wie die von Steve´s Seite..

Steve Lenz

unregistriert

13

Mittwoch, 12. September 2007, 21:27

Ehrlich, wüsste ich die Bezeichnung nicht, ich würd´s für was anderes als ausgerechnet einen Fibeltypen halten.

Seltsam sehen die schon aus.

Baerbel

unregistriert

14

Mittwoch, 12. September 2007, 21:41

Hi Dom,

vergiß die Tutulusfibeln - außer Mel und Du wollen spätantike Germanen machen. Und in dem Fall wären Tutulusfibeln für Dich weniger angebracht ... außer ... ähhh ... Du willst als gaaaaanz Süsse ... Süsser ... :zwinker:
... Du verstehtst.

Tutulusfibeln sind Fibeln mit hohem Aufbau, die sich in der Spätantike bis etwa ins 5. Jh. entwickelt haben. (Abbildungen und Fundzeichnungen habe ich hier - müßte sie aber erst einscannen. Sag Bescheid, wenn Du entsprechendes brauchst.)
Sie haben sich nach und nach aus provinzialrömischen Scheibenfibeln entwickelt, wie die, die abundantes unten gepostet hat. Dabei werden sie immer höher und fast barock verziert. Im 4. u. 5. Jh. n. Chr. können sie bis zu 12 cm (und mehr) hoch sein. Ist dann quasi ein eiserner Stab, der von dünnem Edelmetallblech wie ein Türmchen ummantelt wird und unten waagerecht eine Nadel zum befestigen dran. Auf dem Stab können metallene Perlen u. ä. Verzierung aufgebracht worden sein.
Die Dinger sind in ihrer Endform nur noch sehr eingeschränkt funktional - war wahrscheinlich wieder das "Meiner-ist- aber-größer/höher/abgefahrener"-Prinzip.

Ach ja, die Dinger sind germanisch. Also nix für Kelten. - Jedenfalls, was die Fibeln, die gemeinhin und für jeden Archäologen verständlich als "Tutulusfibeln" bezeichnet werden, angeht.

Ich hoffe, damit geholfen zu haben.

Liebe Grüße
Bärbel

abundantes

unregistriert

15

Mittwoch, 12. September 2007, 22:21

ah, das klärt die dinge - vielen dank :)

16

Mittwoch, 12. September 2007, 22:50

Hmm, laut Andreas Kentz (Archöologo vom Dünberg) sollen sie recht typisch für Nordhessen von LTA-d und keltisch sein, komisch. Aber wenns eh mädchenkram ist^^

17

Mittwoch, 12. September 2007, 22:58

Auweja...was ist denn da passiert? In Steves Link, in dieser Minipublikation, liest sich das alles 'gleichzeitig' 'eisenzeitlich'. Geht man dann den Schnellinformationen zu einer hoffentlich genaueren Datierung nach, zB http://de.wikipedia.org/wiki/Schnippenburg, liest sich das Ganze schon als wärs latenezeitlich. Auf was soll man da schimpfen? Auf eine schlampige Publilationsmethode? Schlampige Grundlagen...ist diese verfllixte Sonden-Rumgraberei ohne ordentliche Plana vielleicht doch nicht das Gelbe vom Ei? :zwinker:

H

abundantes

unregistriert

18

Donnerstag, 13. September 2007, 10:30

dumm quer gefragt: was is eine Tutulusfibel wie Riha Nr. 1591 für eine?
Hintergrund:
http://www.ubi-erat-lupa.austrogate.at/c…p?page=4&rec=33

Chronologie wohl C1 2./3.Jh.
Fundort Cammer /Potsdam

leider kein Bild dabei.

19

Donnerstag, 13. September 2007, 10:59

Bei den Stücken von der Schnippenburg ist die Verwendung unklar. Der Terminus scheint aktuell "Hängebroschen" zu sein ...

www.schnippenburg.de

Baerbel

unregistriert

20

Donnerstag, 13. September 2007, 23:46

Tja,

irgendwie kann ich die PDF's nicht öffnen - liegt wahrscheinlich am Update des Programms auf meinem (besser "unserem") Rechner.

Die ganze Chose ist mir ein wenig rätselhaft.
Ich habe noch mal das Fibel-Büchlein (Sonderdruck vom Hoops) durchgeblättert und da auch keine eisenzeitlichen Fibeln gefunden, die irgendwie als Tutulusfibeln zu bezeichnen wären.
Die Abbildungen, die Dom mir geschickt hat, würde ich - nach alle dem, was ich an der Uni und aus Artikeln zu Fibeln gelernt habe - in die römische Kaiserzeit (Freies Germanien - vielleicht 2. od. 3. Jh.) stecken. Das sind noch keine sehr hoch ausgebildete Tutulusfibeln, aber die Entwicklung dazu, ist zu sehen.

Also, ich weiß nicht.
Entweder sind hier jüngere Archäologen zu Gange, die - wie mein alter Prof Böhme immer beklagte - keinen Überblick mehr haben und sie sind in der Gefahr gerade Faktoide und Klischees zu produzieren.
Oder es gibt tatsächlich ganz neue Forschungen zu diesen Fibeln, die die alte Lehrmeinung revidieren. (Dazu würde ich aber wirklich gerne sehr gute und begründete Argumentationen und Indizien (wenn nicht direkt Beweise) sehen.) - Ich bin nicht mehr ganz "up-to-date" was die aktuelle Forschung angeht, seit ich Vollzeit in einem anderen Bereich arbeite. Aber, dass sich in den letzen ca. 2 Jahren so viel zum Thema Fibeln getan hat, würde mich ehrlich überraschen.

Sorry, habe jetzt keine Zeit um das weiter zu verfolgen - Ich muss ins Bett. Aber ich werde mich am Wochenende mal durchlesen und gucken.

Grüße
Bärbel