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1

Montag, 17. März 2008, 16:28

Treibkitt

Hallo Experten,
ich möchte ein Ha- Gürtelblech punzieren (0,2 mm Bronzeblech). Welchen Treibkitt muss ich da nehmen? Es gibt den roten (härter) und den schwarzen (weicher).

Gruß

Atroxus

gabanorix

unregistriert

2

Montag, 17. März 2008, 22:14

0.2mm

also....0,2mm ist ja schon eher die folie....
bei der geringen stärke kannst die verzierungen ja mit der hand eindrücken, und aauf fichte arbeiten :o)
maximal den roten.
ich würd das aber echt eher mit weichem holz oder leder als unterlage machen (abgesehen, daß ich bei nullzweier blech angst hätt das ding zu tragen....einmal hinsetzen und schon verbeult....)

sebastian

Steve Lenz

unregistriert

3

Dienstag, 18. März 2008, 00:12

Es entspricht halt den Befunden, Sebastian. :lesen:

4

Dienstag, 18. März 2008, 10:09

Wie weiss man denn bei Befunden wieviele mm schon wegkorrodiert sind?

Gruss
Joachim

Steve Lenz

unregistriert

5

Dienstag, 18. März 2008, 10:15

Manche Bronze -Bleche sind hervorragend erhalten.

6

Dienstag, 18. März 2008, 11:01

Hallo Sebastian,
0,2 hört sich als Zahl vielleicht dünn an, als Bronzeblech ist es ziemlich stabil. Und erst recht, wenn die Vertiefungen eingedrückt sind. Die wirken als Versteifungen ("gesickt" nennt man das in der Technik). Und dann kommt das Blech als Gürtel noch auf eine Leder- Unterlage. Vielleicht wäre ein Holzbrett gar nicht so schlecht, nur kommt es beim Treiben ja darauf an, dass das Ding seinen Platz behält und sich nicht verzieht.

Wer hat denn Erfahrung mit so etwas?

Steve Lenz

unregistriert

7

Dienstag, 18. März 2008, 11:19

Sebastian ist vom Fach, Atroxus. :zwinker:

Stefan hat schon einen sehr schönen Nachbau des Gürtelblechs von Vace abgeliefert, aber der macht sowas ohnehin frei Hand aus dem FF:

http://www.noricum.de/Vace_Gurtelblech_gross.jpg

Ich selbst kann zumindest das Verhalten solch dünnen Blechs bestätigen (baue gerade einen HaD1-Dolch, da ist die Scheidenummantelung aus gleichem Material, und ich habe auch schon Phaleren daraus getrieben. Es wird tatsächlich hart und sogar federnd, hält einiges aus, verbiebt nicht (es sei denn, was wird wirklich starken Belastungen ausgesetzt, aber ich muss nicht befürchten, dass eine Plautze mein Gürtelblech verbiegt. :rauchen:

Mit der Verwendung von Kitt bist Du schon auf der sicheren Seite, Atroxus. Was ich sonst so von Deinen Arbeiten her kenne, mache ich mir keine Gedanken, dass Du´s nicht hinbekommen könntest.

Steve Lenz

unregistriert

8

Dienstag, 18. März 2008, 16:30

Zitat

...verbiebt nicht (es sei denn, was wird wirklich starken Belastungen ausgesetzt,


Man könnte meinen, ich gehöre zu den Schreibdoofen! :shoot1:

gabanorix

unregistriert

9

Dienstag, 18. März 2008, 22:46

plauze

japp, atroxus, sicken nennt man das, aber die hauptaufgabe vom treibkitt ist es eher, die umformung des bleches zu steuern, und nicht, dafür zu sorgen, dass es liegen bleibt. und es ist halt recht umständlich, das blech, das sich übrigens auch im kitt verzeiht, zu erhitzen, aus dem kitt zu lösen, auszurichten, wieder einzukitten, abkühlen lassen, weil heisser kitt ist zu weich, dann wieder weiterziselieren, dann wieder rauslösen, die sichtfläche anschauen, nochmal einitten, nachbessern etc.p.p.. einfacher ist das halt, wenn du auf einer weichholzplatte arbeitest, und mit dem ballen der hand, die die punzen hält, das blech hältst. braucht ein bisserl übung geht aber sehr gut.

du kannst anstatt kitt auch eine bleiplatte nehmen, so haben wir in der schlosserei die zierbleche der barockschlösser ziseliert, bleiplatte kannst einfach seber machen: ALTE bratpfanne mit ein paar kio wuchtblei aus der autowerktatt füllen, aufm gaskocher heissmachen und abkühlen lassen.
WICHTIG dabei ist:
-KALT arbeiten, also nicht das werkstück heiss ins blei drücken. auch beim zwischenglühen genau schauen, dass kein blei mehr am blech ist, das kriecht sonst ins material und setzt sich an die korngrenze. da wird das material spröde von.
-HANDSCHUHE tragen beim ziselieren, weil das blei auc über die haut aufgenommen werden kann.

aber wie oben schon angemerkt....bei nullzweier blech ist der rote besser.
mit viel geduld kannst du die kitte auch mischen, werd dann so schlierig marmoriert, und ist eben fester als der rote

viel spass

sebastan

10

Dienstag, 18. März 2008, 23:14

Herzlichen Dank, Sebastian, genau das hilft mir weiter. Dann probiere ich es doch erst einmal auf einem Brett. Denn umsonst ist der Treibkitt ja auch nicht zu haben. Und für Punzen mit flächigeren Formen werde ich mir tatsächlich bei Gelegenheit so eine Bleiplatte machen.

Gruß
Atroxus

gabanorix

unregistriert

11

Mittwoch, 19. März 2008, 21:35

punzen

die fläche der punzen sollte nicht zu groß sein. meine haben maximal 10 auf 10 milimeter, aber gerade auf blei kann man prima schieben beim punzieren, mus halt die bahn der punzen etwas ballig sein. dauert geraume zeit, und meist macht man sich für jedes neue werkstück zwei bis drei neue punzen und begreift dann, warum die meisten werkzeughändler pranteln oder gleich den rohstahl anbiete, und keine punzensätze ;o)

grüsse,
sebastian

12

Freitag, 21. März 2008, 17:38

Hi,
bei einfachen Gürteln , (nicht Situlenkunst) verwende ich nur Holz (zb Buche) als Unterlage.
Das es nicht verrutscht einfach größer Ausschneiden festnageln und lospunzen, oder vorsichtig mit Schraubzwingen festmachen.
Nicht vergessen vorher Weichmachen das Metall, bis es Blau wird dann im Wasser....
0,2 ist vollkommen ausreichend ich verwende 0,3.
Wenn es reißt ist es authentisch dann flicken.

Leider habe ich keine Maße zu deinem Gürtel finden können, habe damals ein anderes Modell (Fundort) angefertigt.

Danke Steve für Deine Streicheleinheiten, schnurrr..

13

Freitag, 21. März 2008, 21:26

Danke für die Tips! Jetzt kann ich nächste Woche loslegen.

Gruß
Michael