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Gerald

unregistriert

1

Dienstag, 5. Mai 2009, 12:46

Bronzeguß - Originale

Ich schon wieder!

Da ich in einem Schmuckbetrieb meine Brötchen verdiene, interessiert mich das Thema des Gießens und der dazugehörigen Techniken ganz besonders! Wollte euch mal fragen wie die Kelten seinerzeit diese wunderschönen, detailreichen Bronzeschmuckstücke zustandegebracht haben?! Wie und woraus wurde der "Prototyp" sprich das Urmodell hergestellt? Heutzutage ist das ja mehr oder weniger unwichtig, da ja sowieso eine Silikonform angefertigt wird in die man dann das flüssige Wachs einspritz, das dann wiederum in Gips eingegossen wird und...... Wurden die Modelle auch in Wachs modelliert? (relativ weich und heikel beim Abformen!) oder vielleicht in Ton und dann gebrannt??? Vielleicht kann mir das jemand von euch erklären! (Sorry, falls dieses Thema schon mal behandelt wurde und ich es übersehen hab...)

Lg aus Wien

Gerald

2

Dienstag, 5. Mai 2009, 13:41

Hi!
Unsere Lisi (Boii Pannonia) macht einige schöne Fibeln (Schuhfibel) - die von mir heute belegte Fotos durchschauen. Die Barbara hat dafür die Wachsmodellen gemacht. Vor kurzem war ich auf archaeoforum Treffen in Blaubeuren (Nähe Ulm) - wo hat uns der Frank Bronzegiessen gezeigt. Einige Fotos sind im archaeoforum schon verlinkt (viele habe ich gemacht, kann die aber nicht ins Picasa einstellen, also: PN bestellen ! :) ). Dann ist auch ein guter Bronzegiesser bei Stamm Alauni dabei - auch in HP kannst du seine Werke anschauen (bzw. den Prozes). Und als weiteres gibt auch schon im Web gute Bronzegiess-Prozesse bzw. Beschreibungen zubekommen (nachgoogeln).
Von Frank hier:
http://www.trommer-archaeotechnik.de/

Gruss!

Joze

3

Dienstag, 5. Mai 2009, 20:28

Also es gab wohl mehere Methoden.
Das Abformen in Wachs war sicherlich eine ebenso das Erstellen einer TOnform, wie bei den Hasenbackformen. ;)
Ausserdem das Formen von Speckstein und den Sandguss.

Simon
Teile dein Wissen mit anderen. Dies ist eine gute Möglichkeit, Unsterblichkeit zu erlangen. - Dalai Lama

Gerald

unregistriert

4

Dienstag, 5. Mai 2009, 21:27

Danke für die Antworten!
Bin sehr am überlegen den Bronzeguß selber mal zu probieren!
Könnt ja mal mit einem einfachen Modell anfangen. Gibt ein paar
schöne Funde in Form eines vierspeichigen Rades aus Roseldorf.
Das wär doch was für den Anfang!

Lg Gerald

5

Dienstag, 5. Mai 2009, 22:01

Ich empfehle dir auch mal folgende Seite. Da findest du schon viele Infos.

http://www.archaeometallurgie.de/index.html
CROM grant me Revenge! :rauchen:

6

Mittwoch, 6. Mai 2009, 09:30

Ja genau: der Frank hat uns Giessen in Modell aus Speckstein gezeigt und hat dabei auch Sand als "Hilfsmittel" zum "Befestigung" benützt. Habe aufgeschr. - Fotos per Pn bestellen.
Eigentlich muss Aussage von oben verbessern: Lisi hat nicht Schuhfibel gegossen, sondern ein Ortband für ihren Dolch. Stimmt aber, die Barbara hat Wachmodel für Schuhfibel (zum weiteren Giessen) gemacht, wurde gegossen in einer Werkstatt und die Lisi hat dann fibel fertig gemacht. Die Lisi hat auch Wachsmodel für Menschenfibel (Mantel Hradek) gemacht. Den ganzen Prozes haben die mir auch ausführlich beschrieben aber glaub die Info ist auch so gut.
@Patrick: ja, das ist gute Seite. Hier bei uns (Maschinenbaufakulthät) wurden Studien über Archäometallurgie gemacht und di e sind auch publiziert bzw. waren in Museum Novo mesto vorgestellt.

Gruss, Joze

7

Mittwoch, 6. Mai 2009, 20:41

Moin,

also ich gieße nur in Sand ...
man kann so sehr viele Dinge gießen ...
gegeossen habe ich z.B. Rasiermesser, Dolche, Nadeln, Tüllenbeil, Fibeln und einiges mehr ...
leider nichts im Hohlguß ...

Die Abgüsse werden zwar gut man muss sie allerdings mit einem Drähmel nach und ausarbeiten ...
Sebastian von Nagaroon

Sind die anderen auch oft eine Plage, Toleranz ist Göttergabe!
Zum guten "keltischen" Benehmen, gehört auch diese Gabe anzunehmen!

www.nagaroon.de

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&
antike Schmiede


Gerald

unregistriert

8

Donnerstag, 7. Mai 2009, 11:59

Hallo Nagaroon!

Darf ich fragen welchen Sand du verwendest? Hab ein wenig gegoogelt und was über Giesserde gefunden. Einfach in die mitgelieferte Form pressen, Giess und Luftkanäle rausschneiden und schon kann gegossen werden. Die Erde kann, bis auf die verbrannten Anteile, wiederverwendet werden! Ist halt nicht "A" aber für einen Gusseinsteiger wie mich hört sich das schon interessant an...

Gerald

gabanorix

unregistriert

9

Donnerstag, 7. Mai 2009, 12:55

delfter giessand

dieser rote delfter giessand ist für einfache güsse von einzelstücken ganz brauchbar, für größere stückzahlen empfiehlt sich aber doch eine
feste form aus speckstein oder sandstein. (ausserdem qualmt der sand recht, wenn er bronze schlucken muss....
etwas aufwändiger wird es bei komplexeren formen, die hinterschneidungen, durchbrüche oder hohlräume haben, da muss man schon auf irgendeine
art des wachsausschmelzverfahrens gehen: verlorene form-das wachsmodell wird mit wachsstäben für luft- und eingußkanäe versehen, und dann in eine
dickwandige form aus lehm eingepackt, das wachs ausgeschmolzen und die flüssige bronze in die heiße form gegossen. braucht viel nachdenken und
erfahrung, um die kanäle richtig zu setzen.... oder moderne verfahren mit silkonform, vakuum- oder schleuderguß.

das versäubern ist bei allen gußverfahren eigentlich die meiste arbeit, am saubersten kommt der schleuderguß aus der kokille.

nach aussagen von archaeologen wurde in den eisenzeitlichen werkstätten mit immens viel ausschuß gearbeitet- ist kein großes drama, weil man
die bronze wieder einschmelzen kann, und die arbeitszeit icht so die rolle spielte...

viel spass beim experimentieren (für vorführungen auf veranstaltungen würde ich dringend empfehlen, einen professionellen giesser zu rate zu ziehen,
um unfälle durch platzende formen oder spritzende bronze auszuschliessen !!! mir ist schon oft genug das metall wieder aus der form entgegendgespritzt,
dank schutzbrille ist nie was passiert)

grüße,

sebastian

10

Donnerstag, 7. Mai 2009, 13:51

Zitat

Hallo Nagaroon!

Darf ich fragen welchen Sand du verwendest? Hab ein wenig gegoogelt und was über Giesserde gefunden. Einfach in die mitgelieferte Form pressen, Giess und Luftkanäle rausschneiden und schon kann gegossen werden. Die Erde kann, bis auf die verbrannten Anteile, wiederverwendet werden! Ist halt nicht "A" aber für einen Gusseinsteiger wie mich hört sich das schon interessant an...

Gerald


Genau so mach ich das. Den Sand, es ist ein roter ölhaltiger Sand den habe ich mal mehr oder minder durch Zufall bekommen.
25 kG musst ich aber davon abnehmen...
Ein Bekannter arbeitet in einer Metall Gießerei und der hat den besorgt ...

Für mich ist das zweitrannig ob der Sand A ist oder nicht. Ebenso die Gießtechnik...
Ich arbeite mit Schmiedekohle und einem E-Geblässe...
Das ganze dann in einer Erdkuhle ...
Die Tiegel habe ich damals bei AGIL gekauft ...

Für mich zählt in erster Line das fertige Produkt ...
Das sollte so nah wie möglich am Original und A sein ...
Da ich damit (noch) nicht öffentlich auf Veranstaltungen auftrette muss der Weg zum Ziel für mich also nicht 100% A sein ...

Als Formen habe ich einfache Holzkisten und Rahmen zusammen gezimmert ...
Ein großes Loch als Eingußtrichter und fertig ...
Von Schrott habe ich mir auch 4 Kantrohr geholt ...
darin kann man auch gießen ...
Ich habe so was mal im Net zu kaufen gesehen ...
allerdings aus Alu ...
Sebastian von Nagaroon

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Gerald

unregistriert

11

Donnerstag, 7. Mai 2009, 15:09

Hallo Nagaroon!

Na dann werd ich das mit dem Sand mal versuchen! Allerdings wollen die hier bei uns sage und schreibe 49 (in Worten neunundvierzig ) Euro für 2!!! kg Formsand! Hab zwar keine Ahnung was deine 25 kg gekostet haben aber zu diesem Kilopreis wohl ein Vermögen! In einem Internetversteigerungshaus gibts 5kg um die 2o Euro plus 17 Euro Versand. Ist für mich unlogisch aber wie´s aussieht werd ich bei euch in Germany bestellen...

Gerald

Dago

unregistriert

12

Sonntag, 17. Januar 2010, 23:34

Für das Sandgussverfahren gibt es auch eigendlich keine sicheren Belege, nur vermutungen.

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