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Freitag, 6. Februar 2015, 17:24

Trinkhorn Bescheid, Bei den Hübeln, Grab 6

Heute konnte ich bei meinem Goldschmied endlich das Trinkhorn abholen. Als Info hatte er Haffner: Die frühkeltische Fürstengrabnekropole von Bescheid "Bei den Hübeln", Kreis Trier-Saarburg in Trierer Zeitschrift 71/72, 2008/09 .
Die Probleme begannen schon mit der Beschaffung eines entsprechendes Hornes mit 12,3 cm Durchmesser und ansprechender Form. Nach fast 1 Jahr fand ich es endlich.
Inzwischen hatte der Goldschmied angefangen die Punzen für die 7 verschiedenen Motivezu schneiden .
Bei der Feinheit musste er mit dem Mikroskop arbeiten. Ebenfalls schaffte er es, ein Goldband in der "Dicke" von 0,01-0,02 mm herzustellen. Als Ausgangsmaterial wurde ein Goldbarren benutzt.
Vor der Bearbeitung musste er mit Papier das Horn abrollen, damit die Goldfolie eben anlag und keine Überlappungen entstanden.
Zum Punzieren legte er die Folie auf einen Bleiuntergrund, damit die Punzen nicht durchschlugen, was beim Original mindestens 2 mal geschehen war.Über den Zeitaufwand für diese Frickelarbeit schweige ich lieber.
Zum Abschluss mussten die oberen Teile noch umgebördelt werden, damit sie gleich auflagen.
Das Ganze wurde dann unterfüttert, der Kleber aufgetragen und der Beschlag befestigt. Er schaffte es sogar, die überlappenden Teile mit 3 Nieten wie im Original zu versehen.
Nach eigener Aussage hat er sehr viel gelernt und interessiert sich nun noch stärker für diese alten Stücke. Zitat " Ich hätte zu gerne Mäuschen bei dem Goldschmied gespielt, der das Stück hergestellt hat".
Ich jedenfalls bin stolz auf dieses Horn und meiner liebsten Frau sehr dankbar, die es gesponsort hat.
Hans

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Barbarix« (6. Februar 2015, 17:26)


2

Freitag, 6. Februar 2015, 21:21

Hallo
Ein herrliches Projekt. Bravo. Mich würde interessieren warum es schwierig war das Horn zu finden. Natürlich verstehe ich dass es keine Auerochsen mehr gibt...obwohl ich mit grösstem Interesse die Projekte von TaurOs und Taurusrind verfolge



Quelle: Tauros Project

Die riesigen Hörner von Watussirindern findet man aber einfach im Netz, die kleinsten davon schätze ich haben die 12 cm Durchmesser


Quelle Wikipedia

Gruss Joachim

3

Samstag, 7. Februar 2015, 12:17

Die afrikanischen Hörner kenne ich, aber bei einer keltischen Darstellung fand ich sie doch etwas fehl am Platz. Und in Europa sind so große Hörner heutzutage nicht so leicht zu finden, vor allem, wenn man auch noch auf eine gute Rundung achtet. "Wat mutt, dat mutt" wie einige zu sagen pflegen ;)

4

Samstag, 7. Februar 2015, 18:09

Wie an anderer Stelle bereits geäußert: Genial! Die Rekonstruktion ost wirklich außergewöhnlich. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es für den Goldschmied eine echte Herausforderung war. Ich habe ja auch einige Erfahrungen mit meinem Trinkhornbeschlag gesammelt, wobei ich sicher nicht diese Perfektion erreichen kann. Gerade die Nieten waren mit entfallen. Da andere Goldbleche wie Schwarzenbach oder Weiskirchen ja noch komplexere Muster aufweisen, gibt diese Reko ja einen Hinweis auf die Fertigkeiten bzw. Fähigkeiten der damaligen Handwerker. Eine Professionalisierung ist dann ja kaum mehr auszuschließen. Auch Profiwerkstätten mit 2-3 Handwerker, Stichwort "Weiskircher Werkstatt" treten da wieder für mich ins Blickfeld.

Chapeau Hans! Freue mich auf das nächste Treffen. Dann stoßen wir kräftig an! :)
CROM grant me Revenge! :rauchen:

5

Sonntag, 8. Februar 2015, 12:12

Klasse, Hans! Und aus echtem Gold! Das möchte ich im Original bestaunen. Und einen Schluck draus nehmen. Weckt wahrscheinlich gallische Bärenkräfte.

Gruß
Michael

6

Sonntag, 8. Februar 2015, 18:14

Hallo Hans,
langsam aber sicher komplettiert sich die Ausstattung - Glückwunsch zu dieser sehr gelungenen Reko!
Hast du schon probiert, wieviel Met reinpasst? :sauf: Obwohl es ja fast zu schade zum Benutzen ist...
Liebe Grüße,
Steffi
Wer nichts weiß, muss alles glauben.
(Marie von Ebner-Eschenbach. Österreichische Schriftstellerin, 1830-1916)

7

Freitag, 13. Februar 2015, 14:00

Hey Leute, hey Hans,
Also ich kann mich meinen Vorrednern absolut anschließen! What a marvellous piece of work! Da müssen wir bei der nächsten Veranstaltung mal ganz dirngend anstoßen!
Greetz
Marius

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