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Dienstag, 19. Januar 2016, 15:14

Werkzeugfunde?

Moin! und gleich mein erster Beitrag nach der Vorstellung. Hat jemand Quellen bezüglich Holzbearbeitungswerkzeugen, Werkstätten etc...? Oder Ideen dazu? Bisher habe ich nur eine reko von einer Drechselbank gefunden. Römisches Fundgut ist auch nicht gerade breit gesät.... :(


Grüße!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Friertnix« (19. Januar 2016, 15:16)


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Dienstag, 19. Januar 2016, 19:52

Hallo, Friertnix. Kannst du deine Suche etwas eingrenzen? Um welche Zeit oder Region geht es denn?
Für generelle Eindrücke, die Dokumentation der Heuneburg hat ein paar Holzwerkzeuge (Säge, Feilen) für ein frühes Beispiel, die Dokumentation von Manching hat sehr viel, auch Beitel, Zieh- und Hohleisen für ein späteres Beispiel.
Was Werkstätten angeht ist es nicht so leicht. Sie sind sehr schwierig zu lokalisieren und werden im Grunde niemals einhellig anerkannt. Ein Nachweis für Werkstätten in der europäischen Eisenzeit, der über -alle- Zweifel erhaben ist, ist generell fast unmöglich. Bei vergänglichen Werkstoffen wie Holz gilt das natürlich umso mehr.

PS: Eben in dem anderen Thread gelesen, dass du Helvetier um 100 vor Christus meinst. Dann sind für dich natürlich die Manchinger Artefakte relevanter. Du solltest natürlich mal in die Publikationen zu den relevanten Oppida schauen, also etwa Altenburg-Rheinau (von dort kenne ich zumindest Beitel), Heidengraben und Basel-Gasfabrik.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Sophos« (19. Januar 2016, 20:25)


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Dienstag, 19. Januar 2016, 21:01

Danke für die tipps! :thumbsup: Ich werd mal schauen wie ich an entsprechende Literatur komme... vll werd ich ja in der bibliothek fündig.....

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Mittwoch, 20. Januar 2016, 21:14

Der Band zu den Gerätefunden aus Manching ist das was du suchst. Es passt zeitlich zu der von dir ganannten Zeitim VVorstellungsthread.

Werkzeug und Gerät aus dem Oppidum von Manching.– 1974
von Gerhard Jacobi
CROM grant me Revenge! :rauchen:

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Donnerstag, 21. Januar 2016, 11:28

Mist. Der Band ist überall ausverkauft... Mal sehen ob sich was in der Bücherei machen lässt.... Oder gibts "spezielle" Händler für "spezielle" Literatur? man weiß ja nie :D

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Donnerstag, 21. Januar 2016, 19:37

Kaufen ist bei solchen Büchern in der Regel keine Option. Weil Standartwerke und nicht mehr in Druck legt man schnell mal den Gegenwert eines Autos auf den Tresen.
Es ist wesentlich sinnvoller, sich dafür eine gut sortierte Bibliothek zu suchen. Welche Universitäten sind denn in deiner Nähe? Gerade wenn du auch in Zukunft mehr recherchieren willst, lohnt sich ein Bibliotheksausweis für Externe bestimmt.

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Donnerstag, 21. Januar 2016, 19:50

Tja. Da ist das nächste Problem... Bin seit 2 Jahren aus dem Beruf raus (gesundheitsbedingt) und kriege lediglich ALG II... Somit hab ich nur zugriff auf die Stadtbibliothek hier. Es gibt zwar ne Uni in Erfurt, aber die haben lediglich Religion/Bildung auf dem speiseplan, und ich komme max. alle 2 monate hin.... Das Buch war auf irgendeiner seite mit knappen 20 euro zu finden aber vergriffen. Ich werd nächste Woche erst mal die Stadtbibliothek einrennen und wahrscheinlich zahllose ratlose Gesichter verursachen :P Ein paar historisch korrekte Werkzeuge habe ich ja zum Glück in meinem Besitz, ich fange da also nicht ganz bei null an. Ich hoffe es dreht mir keiner n strick wenn ich mit modernen stemmeisen arbeite :hammer: vorerst... und wenn mich nicht alles täuscht dürfte sich die form (abgesehen von den eisen mit tülle) auch kaum verändert haben ?( Und bevor einer Fragt warum ich das so mache: Irgendwie muss ich die spritkosten ja finanzieren. sonst könnt ich das hobby auch an den nagel hängen :D

8

Freitag, 22. Januar 2016, 16:00

Mhm, das ist natürlich schlecht. Vielleicht bietet deine Stadtbibliothek eine Fernleihe an, dann könntest du entsprechende Bücher über diesen Umweg einsehen. Ich kann dir aber auch vorerst die entsprechenden Tafeln aus dem Band im Laufe der nächsten Woche mal einscannen, wenn du magst.

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Samstag, 23. Januar 2016, 11:00

Ich guck mal was sich machen lässt. wenn ich nicht an die bücher rankomme, könnte es sein dass ich mal auf dein Angebot zurückkomme :D Danke! Ich hab ja auch noch ne drechselbank fertigzubauen... hm. Ich müsste damit überhaupt mal anfangen.... :wtf:

10

Samstag, 23. Januar 2016, 13:29

Auch ich empfehle dir eine Unibibliothek. Wobei es Stadtbibs gibt, die wirklich per Fernleihe Fachliteratur anbieten.

@Sophos Welchen Heuneburgband meinst du denn?
CROM grant me Revenge! :rauchen:

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Sonntag, 24. Januar 2016, 00:49

Mit dem Scanangebot meinte ich Manching, die Heuneburg bringt Friertnix ja nicht so direkt voran.
Wo ich aber die Holzarbeitssachen von der Heuneburg gesehen habe, die ich im ersten Post erwähnt habe, weiß ich aus dem Stand gar nicht mehr genau. Das könnte entweder D. Modarressi-Tehrani, Untersuchungen zum früheisenzeitlichen Metallhandwerk im westlichen Hallstatt- und Frühlatènegebiet (Rahden 2009). gewesen sein, oder vielleicht S. Sievers, Die Kleinfunde der Heuneburg. Röm.-Germ. Forsch. 42 (Mainz 1984).

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Dienstag, 26. Januar 2016, 19:44

Werd ich mir gleich am Do in der IB ansehen :-) also den Heuneburgband
CROM grant me Revenge! :rauchen:

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Dienstag, 26. Januar 2016, 22:13

Ich habe nochmal genau nachgesehen, damit du nicht in den falschen Band schauen musst. Es ist bei Sievers. Hier ist Tafel 167: Meißel, Hohleisen, Beile und Sägen. Periode IV, leider nicht stratifiziert.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sophos« (26. Januar 2016, 22:13)


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Mittwoch, 27. Januar 2016, 09:56

Das sieht schon mal vielversprechend aus! :klatsch: Danke! ich werds gleich mal abspeichern. ich habe festgestellt dass mein umfang an fachbüchern mehr hergibt als die bibliothek.... :crazy: ist das jetzt gut oder schlecht? :D ist zu erkennen, oder beschrieben ob die verformungen am sägeblatt gewollt sind oder ein opfer der zeit? Römische sägen verfügten zu der zeit ja schon über eine schränkung der zähne wenn ich richtig informiert bin.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Friertnix« (27. Januar 2016, 09:58)


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Mittwoch, 27. Januar 2016, 14:46

Friertnix, das sind jetzt aber Funde von der Heuneburg Periode IV, also Ha D. Das ist für deine Darstellung zu alt.
Über römische Sägen, weiß ich leider gar nicht bescheid. Was meinst du mit "Verformung"? Die Beulen auf 1860 und die ausgefranste obere Kante von 1861? Das sollten alles Korrosionsspuren sein.

Interessant wäre die Frage, wie solche Sägeblätter "geschäftet" waren

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sophos« (27. Januar 2016, 14:47)


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Mittwoch, 27. Januar 2016, 19:15

Als erster Anhaltspunkt mal besser als nix. Das einzige was ich bisher über die Schäftung weiß ist, dass bereits in der FLt tüllen, aber auch schon Angeln vorkommen. Und wenn ich mir heutiges Werkzeug ansehe hat sich die form nicht grundlegend geändert. Die Befestigung von sägeblättern... hm. die effektivste methode wäre mit einem stift durch ein loch im sägeblatt. sowohl für druck- als auch zugsägen bestens geeignet... eher ungünstig wäre eine wicklung aus leder, rohhaut etc... Ich bin der Meinung dass die Verbindung von Griff und Sägeblatt lösbar sein sollte um evtl ein blatt oder den griff bei bedarf wechseln zu können. ähnliche systeme kommen vermutlich (auf abbildungen nicht genau erkennbar, aber einigen autoren zufolge wahrscheinlich) bei den römischen gestellsägen vor. Mit verformung meine ich die zahnansicht der beiden blätter. kann es sein dass ich da wellen (ähnlich einem heutigen metallsägeblatt bei handsägen) sehe? :crazy: oder bin ich komplett verdunstet... eine schränkung der sägezähne ist bei römischen sägen um 200 BC meines wissens bekannt.... ist zwar ein winziges detail, aber ein detail welches die arbeit bedeutend erleichtert und dünnere sägeblätter ermöglicht da die belastungen geringer sind...