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Freitag, 18. März 2016, 12:22

Ich denke auch, dass der Autor bei der Frage der Streitwagen irgendwelchen Irrtümern angehaftet ist. Die Ausgangsthese, wonach Wildpferde zu klein zum Reiten gewesen sein sollen, lässt sich schon mit einem kursorischen Blick in die Fossilgeschichte leicht wiederlegen. Im Fall von Tarpanen (~1,50m Schulterhöhe) kann man sogar Fotografien sehen. Die "Kimmerer, Meder, Perser, Sacae, frühe Skythen" waren mit Sicherheit nicht die ersten Reiter. Dieses Argument zieht also nicht wirklich.
Aber auch davon abgesehen, kann es als archäologisch gängig angesehen werden, dass allerspätestens 3500 v. Chr. geritten wurde (Zahnabnutzungsspuren in Kasachstan). Aller Wahrscheinlichkeit nach sogar noch früher, während Streitwagen wie Dago richtig einwirft bei uns erst vergleichsweise spät einsetzen. (Allerdings: Obisovce und Arcalie sind möglicherweise bronzezeitliche Exemplare)

Generell wirkt diese universelle Geschichte der Entwicklung von Kriegstechnologie ein bisschen arg statisch. Dass neue Angriffstechnologie neue Verteidigungsstrategien und diese wieder neue Angriffstechnologien provozieren ist ja banal. Dieses Schema dann aber mit der Brechstange auf die gesamte Menschheitsentwicklung zu pfropfen, verkennt viele Faktoren. Das Leben von Menschen ist von weit mehr bestimmt, als nur der Technologie, sonst gäbe es so etwas wie Kulturen ja gar nicht. Was ist mit ästhetischen, religiösen oder sonst wie gearteten Rahmenbedingungen? Was mit verfügbaren Rohstoffen?
Hört sich ein bisschen nach den Überlegungen von Wargamern an ;) so à la Osprey Men-at-Arms.

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