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Dienstag, 23. Januar 2007, 13:31

Ribemont-sur-Ancre Rekonstruktion?

Das hab ich im Internet gefunden!

Ein Lob den Barbaren
Von wegen grobschlächtige Haudegen. Wissenschaftler korrigieren das historische Bild der Kelten. Sie haben der römischen Zivilisation nördlich der Alpen den Weg geebnet. Sie waren Handelsreisende, Künstler und Städteplaner Herold

Wie mag es am Tor des Heiligtums von Ribemont-sur-Ancre gerochen haben? Nach dem frischen Grün der umstehenden Eichen? Oder süß nach Honigwein, der bei der letzten Siegesfeier gebechert wurde? Nach verwesendem Rind, dessen Kadaver auf dem unterirdischen Grubenaltar verrottete? Nach Rauch aus glimmenden Knochenstapeln?

Was für ein Geruch, fragt sich der Betrachter der aktuellen Rekonstruktion des Centre archéologique départemental de Ribemont-sur-Ancre, geht aus von etwa 80 geköpften Männerleibern, die in voller Bewaffnung auf einem überdachten Holzpodest zur Schau gestellt werden? Lag damals - vor 2200 Jahren - ein fauliger Moderhauch über dem Palisadengeviert ?

Es muss bestialisch gestunken haben. Angesichts der Skelette, der zerteilten Gerippe im Graben, der Knochenstapel auf dem Kultplatz und der fest genagelten Schädel am Portal kann dem heutigen Betrachter der Inszenierung nur das Wort "barbarisch" in den Sinn kommen.


Quelle:
http://www.zeit.de/archiv/2002/22/200222_a-kelten.xml?page=1


Zitat

Was für ein Geruch, fragt sich der Betrachter der aktuellen Rekonstruktion des Centre archéologique départemental de Ribemont-sur-Ancre, geht aus von etwa 80 geköpften Männerleibern,


Was heisst Rekonstruktion?
Giebts davon Bilder ich kenne nur das!



Iactis
„manus manum lavat“
(Eine Hand wäscht die andere)


http://www.epochenspringer.de/

http://www.projekt-latene.de/

Steve Lenz

unregistriert

2

Dienstag, 23. Januar 2007, 15:35

Rekonstruktion muß nicht vollplastisch erfolgen! Wär´doch mal ein Auftrag an Prof. v. Hagen! :D

3

Dienstag, 23. Januar 2007, 17:37

Hallo
darüber hatte ich schon folgendes geschrieben siehe:
hier im Forum

ganz unten.....:

Zitat:
Generell denke ich, dass unsere bemüht nüchtern wissenschaftliche "Keltendarstellung" kaum was zu tun hat mit dem wie die Kelten wirklich waren (ausser kosmetischen Aspekten). Dies soll bitte keine Kritik sein, ich glaube, wir versuchen, das , was heute machbar ist, bestmöglichst auszuführen.

Es sei mir ein kleiner Exkurs erlaubt der eine Facette aufzeigt wie die Kelten waren:

Man stelle sich vor, zwei keltische Stämme in Fehde,....Schlacht.... die eine Partei siegt, macht Kriegsgefangene, 88 Männer zwischen 16 und 40. Die Gefangenen werden enthauptet. Dann baut man ein Podest mit Stangen an denen die kopflosen Leichen aufrecht festgebunden werden in voller Waffenmontur: Schilde, Speere, Schwerter(total 600 an der Zahl; - was für eine Vergeudung an Material...)
Das Podest wird überdacht, die Leichen verfaulen also nicht sondern mumifizieren, luftgetrocknet.
Mehrere Jahrzehnte (!!) bleibt dieses Tropaion (Siegesdenkmal) stehen. Generationen von Kindern sehen es jeden Tag auf dem Schulweg

Aber das ist nur das Vorspiel. In der Nähe wurde ein Podest aus menschlichen Langknochen gefunden von sage und schreibe 600 Individuen.

(Ribemont-sur-Ancre, ca 300 v. Chr. Bruneaux 1995)

Was für Kulte und Rituale standen da wohl dahinter?
Und wollen wir sowas wirklich darstellen?
(gesucht 88 Freiwillige ? ??)

4

Dienstag, 23. Januar 2007, 18:02

Zitat

Und wollen wir sowas wirklich darstellen?


Nein ich denke nicht !


Es hätte ja sein können ! So wie es im Text steht das die Franzosen dieses Denkmal der Kelten mit hmmm wie soll ich sagen Filmrequisite ( Plastikkörpern) oder einfach nur mit drahtfiguren mit bewaffnung usw dargestellt und aufgebaut haben.

In Salzburg auf der Burg is auch eine Schlacht mit Drahtfiguren Dargestelt die Waffen halten.


Ausserdem den Franzosen trau ich in der richtung alles zu!
Ein Massengrab wie Verdun wird ja auch zum Tourismus ausgebaut ! Im Gebeinhaus kann man duch etliche kleine Fenster so 30*30cm die Knochen von tausenden Toten Soldaten sehen! Teiweise mit Kleidung ! Ich war auch schon dort und hab hineingeschaut es lag direkt ein schädel mit kopfschuss im Fenster ! Warum zeigt man sowas?

Es lockt schaulustige an!
Ich will mich nicht ausschlissen,
ich geb zu mich hatt es auch angelockt.

Iactis
„manus manum lavat“
(Eine Hand wäscht die andere)


http://www.epochenspringer.de/

http://www.projekt-latene.de/

Steve Lenz

unregistriert

5

Dienstag, 23. Januar 2007, 18:31

Die Franzosen haben in der Tat eine Neigung zu "ossouaires". Aber es gibt auch in Österreich solche Beinhäuser, oder Italien (wenn auch nicht in den erstgenannten Dimensionen).

Wenn, dann wäre das hier besprochene Trophaion mit falschem Eindruck rekonstruiert, würde man lediglich kopflose Mannequins in ein rekonstruiertes Dachpodest stellen, welche die Repliken in Tracht und Waffen tragen.

Würde auch nicht anders aussehen, als eine Schaufensterdeko irgendwo auf der Leopoldstrasse in München oder der Kö in Düsseldorf....

Derlei Arbeit müsste extrem eindrücklich, aber auch extrem sensibel konzipiert sein. Aber bei den modernen Sehgewohnheiten wäre hier dann wohl eher Achterbahnfeeling seitens Publikum zu erwarten und es ginge am Ziel der Rekonstruktion vorbei.

Übrigens:

Luftgetrockene Mumien verliegen nach wenigen Wochen jeglichen Verwesungsgeruch!

Und:

Ich kann mir vorstellen, dass die Toten im hier besprochenen Falle ausgenommen wurden und man sie hat ausbluten lassen, bevor man sie aufstellte. Muskuläres Leichenwasser tritt nicht in der Menge auf wie organisches - bei 600 (ca. 3600l Blut, ca. 1000 - 1200l Leichenwasser) Leuten hätte der darunter liegende Bau nicht sehr lange gehalten, die myasmischen Gerüche hätten die ganze Siedlung kontaminiert.

Ich bezweifle, dass man sich dem ausgesetzt hat!