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roudoartos

unregistriert

1

Montag, 29. Januar 2007, 23:48

Suche nach Schnittmustern und Ausrüstung

Hallo ALLE zusammen!!!

Ich bin neu hier und muss mich erstmal ein wenig orientieren, deshalb entschuldige ich mich schonmal für eventuelle Fehler.

Mein Weib und ich stellen Kelten des ersten Jhdt. vor der Zeitenwende dar,bzw. versuchen es. Da ich ursprünglich aus dem Gebiet der "Eburonen" komme suche ich jede Information die ich über Land und Leute dieser Zeit bekommen kann. ?(

Ebenso suche ich entsprechende Schnittmuster für Bekleidung (m/w), um die bestehende Ausrüstung zu verfeinern.

MfG

2

Dienstag, 30. Januar 2007, 08:52

Hallo Roudoartos,

herzlich Willkommen.

Ich denke, wenn du dieses Forum durchstöberst wirst du die meisten deiner Fragen schon beantwortet bekommen, die deinen Ausstattung betreffen.

Was den Stamm der Eburonen betrifft, sind wir für neue Infos auch immer zu haben. ;)

Viel Spass,

Simon
Teile dein Wissen mit anderen. Dies ist eine gute Möglichkeit, Unsterblichkeit zu erlangen. - Dalai Lama

3

Dienstag, 30. Januar 2007, 09:23

Hallo Roudoartos,

Auch ein Willkommen und ein kleiner Kommentar sei mir erlaubt.

Da keine KLeider für die ganze Latenezeit und das ganze Gebiet je gefunden wurden, gibt es auch keine "offiziellen" Schnitmuster.
Alles was wir tragen ist Interpretation der rudimentären Funde:
Gewebefetzlein (meist in Form von Abfallumpen oder von Einwickeln von Grabgegenständen), Stücke von Bandgeweben, Lokation von Fibeln in Gräbern - dann: Darstellungen auf Situlen (Gefässe) Stelen, Reliefs, Münzen, Fibeln usw und schliesslich die Beschreibungen von Römern und Griechen. Ueber generelle textile Gepflogenheiten mögen besser erhaltene Gräber nahe verwandter Kulturen vorsichtig herangezogen werden (Skythen, Germanen, Tocharer..)

Grüsse
Joachim

roudoartos

unregistriert

4

Dienstag, 30. Januar 2007, 12:27

Danke für Eure Antworten!

Es wäre also durchaus denkbar, dass man sich zB. eine "Felljacke", wie sie auf Skythischen Gefässen dargestellt sind, als Winterbekleidung, herstellt.
Oder hielte das vor einer "AUTENTISCH"-Jury nicht stand, gerade wenn es um die Darstellung eines Kelten geht mach ich mir da meine Gedanken?

Aber unsere Vorfahren haben doch auch gleiche Rohstoffe verwendet, ich denke da zB. an Rehfelle, welche für diesen Zweck eigentlich gut geeignet sind.

Desweiteren möchte ich noch folgende Frage in den Raum stellen: Wer hat Informationen über Funde aus dem Eburonengebiet??? (Egal was!)

Oder ist diese Region so gründlich "gereinigt" worden, dass es keinerlei bzw. kaum Informationen gibt??? Was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann.

MfG

5

Dienstag, 30. Januar 2007, 12:29

Auch auf die Gefahr hin unangenehm aufzufallen:
Kann Du das Gebiet bitte mal in aktuellen Landes/Bundesgrenzen angeben?

roudoartos

unregistriert

6

Dienstag, 30. Januar 2007, 12:37

Hallo VEDHOARIX!!!

Wir sind dabei einige Standorte von Schanzen bzw. Siedlungen auszumachen. Gerade in der Ecke von Remagen gibt es wohl einiges, wobei es aber den Rhenus weiter hoch immer knapper wird.
Es ist aber sehr schwer, da die Römer grösstenteils das meiste wohl "überbaut" haben.
Anderer Punkt wäre da noch die Zeitliche Einordnung der Vorhandenen Spuren...

Falls sich mehr ergibt werde ich das weitergeben.
MfG

roudoartos

unregistriert

7

Dienstag, 30. Januar 2007, 12:55

Hallo meles primus !!!

Du meinst das Gebiet der Eburonen?
Nun, nach unseren Informationen war die nördliche Grenze ungefähr auf der Höhe von Düsseldorf/Neuss, vielleicht noch etwas nördlicher, die Östliche Grenze, La.D., der Rhein, die südliche Grenze lag ziemlich genau zwischen Breisig und Brohl, wahrscheinlich war der Vinxtbach welcher in den Rhein fliesst die Markierung, das heutige Brohl war also auf Treverergebiet.
Die westliche Grenze, naja, ich denke da kann man sich vielleicht streiten inwieweit diese ins Land geht.

MfG

Steve Lenz

unregistriert

8

Dienstag, 30. Januar 2007, 12:56

Zitat

Es wäre also durchaus denkbar, dass man sich zB. eine "Felljacke", wie sie auf Skythischen Gefässen dargestellt sind, als Winterbekleidung, herstellt.
Oder hielte das vor einer "AUTENTISCH"-Jury nicht stand, gerade wenn es um die Darstellung eines Kelten geht mach ich mir da meine Gedanken?


Ich glaube, das hat Divico nicht gemeint!!

Zitat

Ueber generelle textile Gepflogenheiten mögen besser erhaltene Gräber nahe verwandter Kulturen vorsichtig herangezogen werden (Skythen, Germanen, Tocharer..)


Die archäologischen Lücken der einen Ethnie mit Funden einer anderen (deren Kulturraum u.U. weit ab des betroffenen lag) zu schließen, ist sehr gefährlich.

roudoartos

unregistriert

9

Dienstag, 30. Januar 2007, 13:16

Das ist auf jeden Fall richtig!
Wenn ich mir aber überlege, dass sich die Temperatur
in den letzten 2000 Jahren "gering" verändert hat und wir uns mal vorstellen, was die Menschen damals am Niederrhein getragen haben könnten...
Die werden im Winter bestimmt nicht nur mit einer Wolltunika und einem Mantel rumgelaufen sein, geschweige denn nur mit "Bundschuhen", wie uns das keltische MAINSTREAM-REENACTMENT vorschreibt.
Wer die nasskalten Winter in dieser Gegend kennt, weiss wovon ich spreche.
Aber was haben diese Damen und Herren dann getragen???

10

Dienstag, 30. Januar 2007, 13:33

Also - Informationen zur vergänglichen Sachkultur sind für das Rheinland mehr als spärlich.
Ich kann Dir zu aktuellen Funden und Befunden die Reihe "Archäologie im Rheinland" empfehlen (über Fernleihe zu beziehen).
Weiteres findet sich z.B. in den Bonner Jahrbüchern.

Zu den geht nicht - mach ich nicht:
Hast Du Erfahrung in der Belebung rekonstruierter Gebäude (im Winter etc.)? Ich habe nach Deinem Posting nicht den Eindruck, Main-Stream-Reenactmernt hin oder her :(

11

Dienstag, 30. Januar 2007, 13:49

Zitat

Original von roudoartos
Die werden im Winter bestimmt nicht nur mit einer Wolltunika und einem Mantel rumgelaufen sein, geschweige denn nur mit "Bundschuhen", wie uns das keltische MAINSTREAM-REENACTMENT vorschreibt.
Wer die nasskalten Winter in dieser Gegend kennt, weiss wovon ich spreche.
Aber was haben diese Damen und Herren dann getragen???


Nun, ich hab Erfahrung, was es heißt im nassen, kalten Wetter zu reenacten.
Und "nur" Wolltunika, Mantel usw. Sind da schon in Ordnung. Warum auch nicht? Ein Fell bedeutet nicht unbedingt, dass es wärmer ist.

Und es muss ja nicht eine Schicht Klamotte sein. Mit entsprechender Unterwäsche aus Leinen und der passenden Fussbekleidung, ist das kein Problem.

Da haben die Besucher in modernem Was-Weiß-ich-Tex mehr gefroren als wir.

Teile dein Wissen mit anderen. Dies ist eine gute Möglichkeit, Unsterblichkeit zu erlangen. - Dalai Lama

12

Dienstag, 30. Januar 2007, 13:49

Danke, Steve. Ja, ..generelle .... und vorsichtig ...

Hinweise auf Pelzwerk hatten wir ja schon mal......

Wollmäntel sind aber sehr warm und bei Lanolinbehandlung offenbar leidlich dicht....

...auch Bundschuhe kann man aufpeppen, sie müssen nur gross genug sein dass eine Sohle reinpasst, man wickle den Fuss in ein Kaninchenfell.....usw

roudoartos

unregistriert

13

Dienstag, 30. Januar 2007, 14:54

Danke für den Tip!!!

Was meine Erfahrung angeht kann ich sicherlich noch einiges lernen, wobei ich aber schon diverse Nächte in rekonstruierten Gebäuden verbracht habe. Ebenso auch diverse andere Dinge in diesem Bereich erlebt habe...

Sicherlich ist es auch richtig, dass man mit entsprechender Wollkleidung auch unangenehme Temperaturen und Witterungen aushalten kann.
Ebenso die berühmten Bundschuhe, kann man entsprechend aufpeppen.

Man kann aber auch mit den gleichen Rohstoffen
bessere Endergebnisse erreiche, oder nicht?
Ich denke dabei jetzt an die Schuhe.

MfG

Steve Lenz

unregistriert

14

Dienstag, 30. Januar 2007, 15:12

Zitat

Man kann aber auch mit den gleichen Rohstoffen
bessere Endergebnisse erreiche, oder nicht?
Ich denke dabei jetzt an die Schuhe.


Ich kann jetzt nicht ganz folgen, wie Du diese Frage meinst!

Bessere Endergebnisse, als durch Funde belegt?

15

Dienstag, 30. Januar 2007, 16:12

Vielleicht liet es an dem Begriff "Bundschuh". Vor den Augen vieler Aktiver Darsteller erscheint dann dieses "Standartmodell".

Das Buch "Primitiv Shoes" von M. Hald zeigt Alternativen auf.

16

Dienstag, 30. Januar 2007, 16:50

Hallo Meles
Hast Du das Buch?
Gruss
Joachim

17

Dienstag, 30. Januar 2007, 20:44

Ja, habe ich. Soll ich das zum Kollogquium mitbringen?

roudoartos

unregistriert

18

Dienstag, 30. Januar 2007, 21:14

Das Buch ist ein Guter Tip, danke.

Was ich damit meine ist, dass die Menschen damals durchaus in der Lage gewesen sein müssen aus den gegebenen Rohstoffen das ultimative rauszuholen.
Wenn man sich das technische und das handwerkliche Wissen anschaut, warum sollten sie dann mit teilweise erschreckendem Schuhwerk laufen?

19

Dienstag, 30. Januar 2007, 21:15

Is halt so!
„manus manum lavat“
(Eine Hand wäscht die andere)


http://www.epochenspringer.de/

http://www.projekt-latene.de/

Steve Lenz

unregistriert

20

Dienstag, 30. Januar 2007, 22:00

Wenn man nach den Funden und Befunden geht, scheinen sich die Träger vergangener Kulturen mit weniger als dem Optimum (einer Frucht der letzten 50 Jahre Menschheitsgeschichte) begnügt zu haben!

Wir sind auch in der Lage, unsere technischen Errungenschaften optimal einzusetzen! Tun wir es auch? Nein! :rolleyes: