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141

Dienstag, 9. Dezember 2008, 21:07

Hallo Thomas,
nach meiner Kenntnis haben die Kelten bis zu dem Zeitpunkt als sie nicht mehr als Kelten in Erscheinung traten, das Schwert auf der rechten Seite getragen. Aus welchem Grund weiß ich nicht. Das Schwert links kenne ich persönlich eigentlich nur ab Abbildungen des frühen Mittelalters. Allerdings habe ich die gesamte Chronologie des Schwerttragens bisher nicht beachtet. Ziemlich sicher bin ich aber: Der Kelte trug zu allen Zeiten das Schwert rechts.
Ich habe Unterlagen von E. Mathieu, da gibt es eine ähnliche Schwertaufhängung, allerdings mit Ketten oder Stäben gehalten - aber rechts!!
Dieses Schwert wird so wie die Scheide konstruiert ist, auf der linken Seite getragen, wird also quasi "über Kreuz" gezogen.


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ADMIN

142

Dienstag, 9. Dezember 2008, 21:22

Hallo Thomas, Nachtrag:
Das Schwert selbst ist vom rechts/links tragen nicht betroffen. Die La Tène-zeitlichen Schwerter sind durch ihre Griff-Form optimal (einhändig) zu führen, unabhängig von rechts/links.

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ADMIN

143

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 10:45

Ganz kurz OT:

Die Abbildung des Spätlatenzeitlichen Reiters vom Magdalensberg mit hexagonalem Schild und aufgestellten Haaren führt das Schwert mit Rechts. Ganz deutlich ist aber zu erkennen dass die Schwertscheide hier links getragen wird. Wenn es um den Grabbefund geht kenn ich auch ein frühlatenezeitliches Schwert aus Mähren das links liegt.

lg Stephan

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ADMIN

Steve Lenz

unregistriert

144

Mittwoch, 10. Dezember 2008, 11:33

Zitat

Ziemlich sicher bin ich aber: Der Kelte trug zu allen Zeiten das Schwert rechts.


Zitat

Die Abbildung des Spätlatenzeitlichen Reiters vom Magdalensberg mit hexagonalem Schild und aufgestellten Haaren führt das Schwert mit Rechts. Ganz deutlich ist aber zu erkennen dass die Schwertscheide hier links getragen wird. Wenn es um den Grabbefund geht kenn ich auch ein frühlatenezeitliches Schwert aus Mähren das links liegt.


Generelles Rechtstragen ist nicht mit Sicherheit zu postulieren, Catweals. Spätestens zu Pferde wird eine rechts zu ziehende Seitenwaffe zum GAU, da man hier entweder in die Zügel zieht (von hinten unten nach vorne oben im invert cross grip) oder aber dem Reittier ein falsches Signal durch Körperhaltung vermittelt, wenn man das Schwert von vorne nach hinten oben (quick draw) blankzieht.

Trägt man es links kann man es über die Zügel ohne Fehlkommandi zum Tier blankziehen.

Nachtrag:

Zitat

Wenn es um den Grabbefund geht kenn ich auch ein frühlatenezeitliches Schwert aus Mähren das links liegt.


Sind da zufällig noch Hinweise auf Zaumzeug o.ä. im Befund?



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ADMIN

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Steve Lenz« (10. Dezember 2008, 11:35)


145

Donnerstag, 11. Dezember 2008, 15:12

Nein, zwar findet sich Lanze, Sauroter, Schwert, Gürtelhaken, Umbo, einfache Gürtelschnalle, Keramik, aber keine Hinweise auf Pferd.

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ADMIN

146

Donnerstag, 11. Dezember 2008, 18:05

Keltisches Reitergrab von Bernkastel-Wittlich:
Schwert rechts!

Fund von Zaumzeug.


M.

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ADMIN
„manus manum lavat“
(Eine Hand wäscht die andere)


http://www.epochenspringer.de/

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147

Freitag, 12. Dezember 2008, 14:49

hm...

Hallo Leute!

Diskussion und "seltsame" Schwerte finde ich interessant. Bei Schwert-Tragung ob Rechts oder Links denke ich - dass es schon abhängig ist, ob jemand Linkshänder/rechtshänder ist. Wie viele Gräber kennen wir genau um unsere heutige Einstellungen in dem Bereich sicher und fix zu begründen?
Es besteht aber als allerletztes noch die Möglichkeit - dass haben sich alle mit (nur) linken Hand Schwertkampf ausgeübt (gelernnt) und haben deswegen die Schwerte rechts getragen.
Bei kurzen Schwerten/Dolchen geht's schon relativ leicht einen ausziehen, wenn die Schwertscheide recht steht; bei längeren (z. B. Lt d) wird es schon schwerer, wenn jemand Rechtshänder ist und trägt sein Schwert rechts. Das sind jedenfalls nur meine Gedanken dazu.

Grüsse!

Joze


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ADMIN

148

Freitag, 12. Dezember 2008, 18:31

Joze ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Trageweise auf der rechten Seite eher vorteilhaft ist. Zumindest bei Rechtshändern. Selbst bei langen klingen ist ein flüssiges ziehen gewährleitet. Im Zusammenhang steht dies mit dem Schild als Schutzbewaffnung. Ein ziehen quer(also von links nach rechts hinter dem Schild ist um ein vielfaches schwerer als eine Ziehen rechts mit der rechten Hand.

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ADMIN
CROM grant me Revenge! :rauchen:

149

Samstag, 13. Dezember 2008, 10:36

Die Gruppe Ambiani die ja Latene D Darstellt zieht ihre langen Schwerter auch ohne Probleme mit rechts aus der Rechten hüfte. Bei Oli dürfte es genauso sein und bei Divico.


...

Gruß Markus


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ADMIN
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150

Montag, 15. Dezember 2008, 09:26

Kann ich nur bestätigen. Selbst die relativ langen HA C Schwerter können völlig problemlos rechts gezogen werden. LT A sowieso.
Außerdem hat es den Vorteil, dass man sich mit dem links getragenen Schild nicht in die Quere kommt.
Aber das wurde ja schon x-mal diskutiert.
In der Praxis jedenfalls nicht das geringste an Problemen.

Thomas

151

Montag, 15. Dezember 2008, 10:21

Zitat

Original von Makusalix
Die Gruppe Ambiani die ja Latene D Darstellt zieht ihre langen Schwerter auch ohne Probleme mit rechts aus der Rechten hüfte. Bei Oli dürfte es genauso sein und bei Divico.


Kann ich bestätigen!
Gruss
Joachim

152

Montag, 15. Dezember 2008, 10:51

Schwert links oder rechts

Hallo!

Danke für Tips! Habe mir Gedanken gemacht. Bei "meiner" Körpergrösse und einen Schwert, der wird 103 cm lang sein, oder um 99 cm (jetzt ist er "nur" 76 cm lange Schrott). Bestimmt, wenn Schild links ist - gehts schwer mit linken Hand den Schwert ausziehen.
Weiss - Thema war hier schon diskutiert - trotzdem haben wir auf Keltenfesten noch mal darüber geredet, ob es wirklich auch immer "rechts" stimmt. Ich selber habe bis jetzt auch noch nicht einen Darsteller (ob Kelte, Römer, Germane,...) mit "links" liegenden Schwertgehänge gesehen.

Grüsse!

Joze

153

Mittwoch, 7. September 2011, 16:55

Also Balteus-Aufhängung mit zwei Ringen geht für LT D1 in Ordnung?

154

Mittwoch, 7. September 2011, 18:33

Ich würde mal sagen ja!

Warum nicht. Balteus durch die Epochen A-D. Ausser es liegen fragmente von Schwertketten usw...

Gruß Markus
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155

Mittwoch, 7. September 2011, 19:09

Danke!

156

Mittwoch, 7. September 2011, 20:08

Also Balteus-Aufhängung mit zwei Ringen geht für LT D1 in Ordnung?
Aus der Fundlage mancher D1/D2-Gräber (in West/Süd-West-D), die mit einem Schwert und lediglich zwei Ringen mittleren Durchmessers (3 cm - 5 cm), ohne Gürtelhaken ausgestattet sind, könnte man auf eine Balteus-Tragweise schließen. Beispiele wären z.B. Schwertgräber aus Worms-Heppenheim, Heidenheim, Wallertheim. Allerdings sind ab und an auch Riemenösen dabei, die eventl. doch wieder einen Gürtel interpretieren könnten, vielleicht aber auch anders genutzt wurden.
Höre viel und sage nur nötiges.
Weise reden, weil sie etwas zu sagen haben, Toren sagen etwas, weil sie reden müssen. Plato 428-348

157

Mittwoch, 7. September 2011, 21:45

Stimmt kommt halt auf fundsituation und beifunde an.

Ansonsten bei nur 2 ringen! Warum nicht!

Gruß Markus
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158

Mittwoch, 7. September 2011, 22:31

In S Lt sind die schwertgehänge Ringe eher seltener in Gräber. In meinem Lt D1 war nur 1 Gürtelhake und 1 Ring (=verteilungsring); in meinem Lt D2 nur noch 1 Gürtelhake und keine Ringe. Ich kenne auch mehrere Gräber mit 1 Ring. Ich denke es ist am besten, wenn du dir einen Grab aussuchst und dann kannst du ganz genau wissen, was 100% passt.

Joze

159

Donnerstag, 10. November 2011, 11:52

Hi, nun ich belege daein Foto - besseren habe im Moment zur meinem Schwertgürtel nicht.
Das ist die Variante mit neuen Gürtelhake aus Eisen; frühere Variante aus dem Jahr 2010 habe auf anderen Fotos. Paralelle dazu findet man auch in dem Thema von den Simon /Gürtel: dort erwähnt er in seinem letztem Beitrag eine S Lt Schwertgürtelvariante aus Manching.
NOchmals zu meiner früheren Variante (2010): ich habe eine in der keltischer LH-Szenne unbelegte gehabt, weil ich Probleme mit meinem Schwert bei Rausziehen habe (ist zu lang!). Es war ein Gürtel nicht nach der A. Rapin Vorlage, trotzdem aber geeignet zur Schwertgehänge ohne den Schwertringen. Jetzt trage ich eine genähte Variante modifizierten Gürtel nach A. Rappin, geeignet für S Lt.
Vielleicht werde ich auch diese Variante wächseln - weil ich neuen besseren (gleichen) Schwert mit neuer verbesserter Schwertscheide bekomme.

Joze

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Joze Noriker« (10. November 2011, 11:54)


160

Donnerstag, 11. Oktober 2012, 01:27

Hi Leute,

dann will ich meine Schwertaufhängung auch mal vorstellen. Als Grundlage habe ich den Befund des früh-LT-zeitlichen Grabes 1 aus dem Hügel 1 von Heinzerath-Gonzerath (Haffner, A.: Die westliche HEK) benutzt. Hier waren unter anderem in einem Baumsarg ein eiserner Gürtelhaken, zwei massive Ringe mit "Keulengelenk" und ein Schwert mit Kleeblattortband (dieses auf der rechten Seite des Bestatteten liegend) gefunden worden. Da die Gelenkringe sehr dicht bei dem Schwert gefunden wurden, geht Haffner davon aus, dass diese als Schwertaufhängung fungierten. Ähnliche Kombinationen sind mehrfach von anderen Funden bekannt. Haffner geht sogar so weit, bei Gräbern mit Gelenkringen dieses Typs aber ohne Schwertbeigabe den Besitz eines Schwertes zu Lebzeiten des jeweiligen Bestatteten zu vermuten. Otto-Herman Frey greift die These der Verwendung als Schwertgehänge wieder auf und führt hierzu weitere beispielhafte Funde an (Frey: Durchbrochene FLt-Gürtelhaken aus Slowenien). Resultierend daraus hier nun ein Bild meiner Interpretation gemäß oben genanntem Fund:

Ich habe hierfür die Ringe am "Keulengelenk" am Gürtel festgenietet und das Schwert mittels eines stabilen Lederbandes und Lederschnüren zwischen den Ringen befestigt.

Hier die Gesamtansicht:


Und um das ganze abzurunden noch ein Foto von einer ähnlichen Interpretation aus dem Museum Hallein (hier allerdings mit 4 Ringen; Danke an Markus für das Foto):


greetz

Marius