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Noreya

unregistriert

1

Mittwoch, 13. Juni 2007, 18:07

Korallenschmuck?

Hi,

weiß jemand zufällig, ob außer Bernstein auch Koralle, ungeformt, oder Perlen, in Ketten verarbeitet wurde?

Ich habe einen Satz Korallenperlen und länglich-ovale Hornperlen bekommen, dazu 2 größere Korallenstücke, alles gelocht, und würde gerne etwas damit machen. Leider finde ich - zumindest in meiner, noch nicht so umfangreichen Bibliothek - keine näheren Angaben zu dem Material. Außer an Fibeln konnte ich keine Korallen entdecken. Kann mir da jemand helfen?

Liebe Grüße,
Noreya

Steve Lenz

unregistriert

2

Mittwoch, 13. Juni 2007, 18:22

Mir ist kein einziges unbearbeitetes Stück organischen Schmucks geläufig. Wenn man jetzt mal die simpel durchbohrten mediterranen Meerschnecken (Cyprea) aussen vor lässt.

3

Mittwoch, 13. Juni 2007, 20:08

Mir ist jetzt auch keine Kette aus Koralle bekannt. Ich kenne nur Koralleneinlagen von Fibeln, Schwertern bzw. Dolchen und Helmen. Schnecken oder andere Anhänger sind wohl auf dem Dürrnberg gefunden worden.

Dieses Buch könnte vielleicht einen Fund beinhalten:

Band 28: Ludwig Pauli, Keltischer Volksglaube. Amulette und Sonderbestattungen am Dürrnberg bei Hallein und im eisenzeitlichen Mitteleuropa. 1975. 235 S., 22 Abb., 11 Tabellen Ln.

Darin sind auch andere Fundstellen aus ganz Europa aufgeführt.
CROM grant me Revenge! :rauchen:

4

Donnerstag, 14. Juni 2007, 08:20

Band 28 welcher Reihe, bitte, Patrick ?

Thomas

5

Donnerstag, 14. Juni 2007, 11:22

Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte ; Band 28
CROM grant me Revenge! :rauchen:

6

Donnerstag, 14. Juni 2007, 14:52

Danke, ich schau mal ob wirs in der Bibliothek haben.

Th.

Noreya

unregistriert

7

Freitag, 15. Juni 2007, 17:35

Hi,

erstmal danke für die Antworten.

Ich habe schon befürchtet, daß es mit Belegen schlecht aussieht. Die Koralleneinlagen bei Fibeln, Schwertscheiden, usw. sind mir auch bekannt. Aber eben keine Ketten oder Amketten aus dem Material. Was ich irgendwie seltsam finde, denn wenn man Korallen als Zierelement verwendet hat, dann wären Ketten eigentlich logisch. Gerade bei den putzsüchtigen Kelten hätte ich das angenommen, noch dazu, wo die Farbe Rot doch so heiß begehrt war und geschätzt wurde.

Wie ist das eigentlich mit der Haltbarkeit von Korallen und Horn über diesen Zeitraum? Zumindest bei Horn hätte ich vermutet, daß man nach 2000+ Jahren unter normalen Umständen nichts mehr findet. Bei Korallen habe ich keine Ahnung.

Danke für den Buchtipp, Patrick. Nächste Woche werde ich nach Wien fahren und in der öffentlichen Bibliothek versuchen, daß Buch auszuborgen. Wenn das nicht geht, muß ich mich leider noch etwas gedulden. Falls ich nichts zu Ketten finde, eine Frage: benötigt jemand Korallen für Einlagen? Gerne bei mir, die kleinen gelochten Perlen kostenlos.

Liebe Grüße,
Noreya

Steve Lenz

unregistriert

8

Freitag, 15. Juni 2007, 19:42

Zitat

Wie ist das eigentlich mit der Haltbarkeit von Korallen und Horn über diesen Zeitraum? Zumindest bei Horn hätte ich vermutet, daß man nach 2000+ Jahren unter normalen Umständen nichts mehr findet. Bei Korallen habe ich keine Ahnung.


Sagen wir´s mal so:

Die wenigen Funde sind unwahrscheinliches Glück. Das Aragonit (Hauptbestandteil des Skeletts) zerfällt schnell und ist sehr brüchig, weswegen es wohl als Auf- und Einlage verwendbar war. Heutiger Korallenschmuck besteht nämlich aus harzstabilisierter Rohware: leichter bearbeit- und zudem haltbarer.

9

Montag, 25. Juni 2007, 22:23

Weiss jemand was rote Schaumkoralle ist? Wird im Net angeboten als Platten?
Gruss
Joachim

10

Montag, 25. Juni 2007, 22:31

Glaub die werden aus den Wurzeln von Korallen hergestellt. Gepresst in die gewünschte Form.
CROM grant me Revenge! :rauchen:

11

Montag, 25. Juni 2007, 22:33

Die ist wirklich 'schaumig', soll heissen mit deutlichen und regelmäßigen Lufteinschlüssen und -öffnungen. Sieht aus wie ein versteinerter, feinporiger, roter Schwamm.

H

gabanorix

unregistriert

12

Montag, 25. Juni 2007, 23:31

schaumkoralle

echte schaumkoralle ist...naja... nicht unbedingt sehenswert. meist von fleckiger farbgebung , schwammig und porös. etwa so wie bimsstein.
hat den vorteil, dass sie sehr leicht ist, hat den nachteil, dass sie sehr brüchig ist.

der grossteil der im handel angebotenen schaumkoralle ist entweder kunstharz mit schleifstaub echter koralle, oder weisse schaumkoralle eingefärbt.

beides macht die verarbeitung eher unschön und schwierig.

nicht sparen, el nino hat riesige riffe abgetötet, seitdem ist wieder relativ viel echte rote koralle im handel, die auch ökologisch "unbedenklich" ist.
die kostet zwar was, aber iist halt dann auch gutes material.

sebastian

13

Freitag, 29. Juni 2007, 19:09

@Noreya

"Neben der Herstellung von einfachen Perlen diente Koralle, hauptsächlich zur Verzierung von Fibeln, Goldscheiben, Schwertscheiden, Helmen und Gefäßen. Perlen und Anhänger sind die einzigen überlieferten Schmuckstücke aus Koralle selbst. Die Rohstücke wurden durchbohrt und in eine runde Form gebracht bzw., wenn sie als Anhänger Verwendung fanden, zumeist in ihrer Rohform belassen. Wigg, Angelika. Koralle und Email als Einlage bei Metallarbeiten. In: Hundert Meisterwerke keltischer Kunst.Trier 1992.

Leider werden keine konkreten Funde aufgeführt. Aber zumindest ein Hinweis auf den Gebrauch auch als Perlen. Da eine solcher Gebrauch aber selten in Katalogen oder abhandlungen aufgeführt wird, gehe ich davon aus, dass einzelne Korallenperlen eher seltener genutzt wurden. Gleiches gilt für Bernstein(Bernsteinperlen nur gehäuft in Gräbern mit Goldschmuck).

Aber zumindest ein Hinweis auf den du dich stützen könntest Noreya. Jedoch ist eine Nutzung von Koralle eher für Lt A-Lt B zu verzeichen. Zumindest nach meinem Kenntnisstand.

Patrick
CROM grant me Revenge! :rauchen:

Noreya

unregistriert

14

Mittwoch, 11. Juli 2007, 21:33

Hi,

@Patrick, danke, Du hast mir sehr geholfen. Ich fange nämlich gerade mit einer Lt A Darstellung (ca. 460 - 410 BCE) an und bin dabei, mir die nötigen Infos was ich alles brauche, bzw. was ich alles "darf" zusammenzusuchen. Zum Glück kann ich mir die 100 Meisterwerke im August für einige Zeit borgen, da werde ich das dann nachschlagen.

@Steve, das mit der Haltbarkeit habe ich mir schon gedacht. Außerdem ist da immer auch die Frage nach dem Zugang zum Material. Zumindest in meiner Gegend, also in Österreich. Und Importware konnten sich wieder nur die sozial Gutgestellten leisten. Da sind Funde naturgemäß rar. Aber immerhin, es gab auch Perlen. Nun muß ich nur noch die Details recherchieren.

Liebe Grüße,
Noreya