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Slania

unregistriert

1

Sonntag, 10. Februar 2008, 14:08

Steinmetz/Steinberarbeitung

In vielen Kulturen, auch Urvölker waren Steinbearbeitung gang und gäbe. Daher gab es auch Steinmetze. Wenn ich aber so schaue, wie wenig Steinbearbeitung in der Eisenzeit von den Kelten gemacht wurde, frage ich mich wirklich, gab es damals keltische Steinmetze? Oder haben die Kelten einfach durch die Besatzung durch Römer begonnen, wieder Stein zu bearbeiten?

Welche Art von Steinbearbeitung/ Objekte kannten die Kelten? Oder ist das zeigen von Steinmetzarbeit eindeutig nicht keltisch sondern klar römisch? Es erscheint mir speziell, waren doch die Kelten so ziemlich mit allen Materialbearbeitungen sehr geschickt

2

Sonntag, 10. Februar 2008, 15:20

Na, immerhin gibts Hinkelsteine!

Nee, natürlich gibts keltische Steinarbeiten. Erhalten haben sich insbesondere Stelen und Götterdarstellungen. Stichwörter Hirschlanden, Roquepertuse und Msecké Zehrovice.


Guck mal hier die Bilder durch. Du kannst dir ja deutsche Beiträge anhand der dortigen Ortsangaben ergoogeln.

http://dam.revues.org/document395.html?format=print

H

3

Sonntag, 10. Februar 2008, 15:42

Ich sach nur die Glaubergstatuer.!
„manus manum lavat“
(Eine Hand wäscht die andere)


http://www.epochenspringer.de/

http://www.projekt-latene.de/

Steve Lenz

unregistriert

4

Sonntag, 10. Februar 2008, 15:44

Wobei dies wiederum eine Nacharbeit ist, Makusalix.

5

Sonntag, 10. Februar 2008, 15:45

Was heist Nacharbeit?
„manus manum lavat“
(Eine Hand wäscht die andere)


http://www.epochenspringer.de/

http://www.projekt-latene.de/

6

Sonntag, 10. Februar 2008, 15:48

http://dam.revues.org/document395.html?format=print

Schau mal unter diesem link nach da giebts Irgendwas über Steinbearbeitung in der hallstat und Latenezeit oder so! Ist halt Französich.
„manus manum lavat“
(Eine Hand wäscht die andere)


http://www.epochenspringer.de/

http://www.projekt-latene.de/

Steve Lenz

unregistriert

7

Sonntag, 10. Februar 2008, 16:10

Das war mal ein Kuros.

8

Sonntag, 10. Februar 2008, 17:08

Bitte nicht in Rätseln reden.
Grüsse
Joachim

9

Sonntag, 10. Februar 2008, 17:09

Zitat

Original von Steve Lenz
Das war mal ein Kuros.



Worauf stützt du denn diese Aussage?
Das wäre mir jetzt aber ganz neu!
Teile dein Wissen mit anderen. Dies ist eine gute Möglichkeit, Unsterblichkeit zu erlangen. - Dalai Lama

10

Sonntag, 10. Februar 2008, 17:19

Stilistisch ja, Steve, aber wohl nicht materialtechnisch. Die 'dicken Beine' haben ja schon beim Hirschlandener Version die Vermutung hervorgebracht, es handele sich um einem umgearbeiteten Kuros.
Siehe auch:
http://www3.iath.virginia.edu/Barbarians…anden_volo.html

Aber belegt ist das m.W. nicht. Grundlage war 'nur' die unausgewogene Gliederung der Figur. Beim Glauberger ist das ja auch, wenn auch nicht so ausgeprägt ( Erklärung: Dicke kräftige Oberschenkel, dagegen dünne Ärmchen). Die andere Erklärung war dann ja, es handele sich um ein statisches Problem. Wie auch immer. Ich denke da besteht schon eine Verwandschaft, aber keine direkte Linie. Und ein umgearbeitetes Importstück ist es auch nicht.

H

Steve Lenz

unregistriert

11

Sonntag, 10. Februar 2008, 17:56

Zwischen der glauberger und der hirschlandener Statue sehe ich schon Unterschiede. Und beim Glauberger sind´s Spiel und Standbein, welche mich in diese Richtung denken lassen. Desweiteren die modellierten Knie. Passt auf den griechischen Kunststil des 6. Jahrhunderts.

12

Sonntag, 10. Februar 2008, 18:07

Ich kann dazu nur André Rapin zitieren:

"Auch wenn bei der Besprechung der Statuen vom Glauberg oder von Hirschlanden (ABB.191) manchmal das Bildthema des griechischen Kouros und dessen Funktion im Grabbrauch(s. Beitrag Steuernagel) beschworen werden, so bleibt ihre äußerre Gestaltung doch weit entfernt von derjenigen griechischen Plastik."

Rapin, A., Die Großplastik in Südfrankreich und die keltische Kunst, in: Katalog Frankfurt. Das Rätsel der Kelten vom Glauberg. Glaube – Mythos – Wirklichkeit, Frankfurt 2002 S. 223-228.

Wenn ich mir dann den Kourus im Katalog so anschaue würde ich dem zustimmen.
CROM grant me Revenge! :rauchen:

Steve Lenz

unregistriert

13

Sonntag, 10. Februar 2008, 18:32

Hat jeder so seine Meinung, oder? :zwinker:

Frolix

unregistriert

14

Sonntag, 10. Februar 2008, 19:18

Hi, ich zitiere aus Keltologie.org:

14. Hirschlanden
1963 Fund des berühmten Kriegers = älteste Vollplastik (archaisch und disproportioniert) nördl. der
Alpen, die den im Hügel bestatteten darstellt. Hübelgrab.

1963/64 ein Grabhügel; der Erdhügel war mit einem Steinkreis eingefasst. Zwischen senkrecht
gestellten Steinplatten im Abstand von 1m waren Trockenmäuerchen aufgesetzt. Im Hügel konnten
noch 16 Gräber aufgedeckt werden. Um ein zentral gelegenes Grab waren ringförmig 2 Kreise von
Nachbestattungen gelegt. Es sind ausnahmslos Körperbestattungen. Das älteste Grab wurde 600BC
angelegt. Die jüngsten Nachbestattungen 450BC. Wichtigster Fund ist eine vollplastische
lebensgrosse Figur (=Steinstele von Hirschlanden) deren Füsse abgebrochen sind, sie ist aus
Stubensandstein und stellt einen nackten epiphallischen Mann dar. Die Kopfbedeckung ist
flachkonisch, er hat einen dicken Torques (Goldhalsring), wahrscheinlich trägt das Gesicht eine
Maske, Gürtel aus 2 Ringen mit einem Dolch mit Antennengriff, Beine und Rücken erinnern an die
griechischen Kurosdarstellungen.
Im Grab wurden Paukenfibeln gefunden: HaD2-3/LTA
Insgesamt 16 Gräber im Hügel gefunden
älteste Grab: Ha D1, um 600BC; die jüngsten Nachbestattungen sind schon am Übergang zur frühen
Latènezeit um 450BC
wichtigster Fund: vollplastische lebensgroße Figur, deren Füße abgebrochen sind; aus Sandstein;
stellt einen unbekleideten mann dar, der auf dem Kopf eine flachkonische Kopfbedeckung und um den
Hals einen dicken Reif trägt. An einem Gürtel steckt ein Dolch.

+++++++++++++++++++++++

Der Autor (Ray?) schreibt diplomatisch "Beine und Rücken erinnern an die griechischen Kurosdarstellungen."

Die Statue wurde aus einheimischem Stubensandstein (Mittlerer Keuper) hergestellt. Damit ist sie kein Import.

Viele Grüße

Frolix

gabanorix

unregistriert

15

Sonntag, 10. Februar 2008, 20:38

andere

steinmetzarbeiten gibts ja auch noch:
-die hübsche dame mit der norischen haube
-das bormio-relief


sebastian

16

Montag, 11. Februar 2008, 00:11

Wie Frolix schon für den Hirschlanden Krieger ausgeführt hat, möchte ich hier auf die Glauberger Statuen!! eingehen.

Das diese keine Umarbeitungen sind bestätigt schon die Tatsache, dass es sich um 4 Statuen handelt, die identisch sind.

Betrachtet man sie im Profil, so wird deutlich, dass sie kaum Ahnlichkeiten mit griechischen Korae aufweisen. Auch die Wahl der Motive wie Kopfschmuck und Rückenplatte widersprechen dem.

Des Weiteren stammt der Sandstein aus dem nahegelegenen Steinbruch von Büdingen.

Rein bildsprachlich sehe ich auch eher Paralellen zu den Darstellungen der orientalische Phase der Etrusker im 7./6. Jhdt. v. Chr.

Vergleicht man GLauberg und Hirschlanden mit Plastiken und Bronzestatueten aus den Grablegungen von beispielsweise Cerveti so wird dies recht deutlich.
Teile dein Wissen mit anderen. Dies ist eine gute Möglichkeit, Unsterblichkeit zu erlangen. - Dalai Lama