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1

Dienstag, 4. August 2009, 10:21

Textilien, Wolle, Schafe der Eisenzeit in der Schweiz

Zum Thema eisenzeitliche Textilien in der Schweiz ist eine neue+ Dissertation erschienen. Hier die bibliographischen Angaben:

Rast-Eicher, Antoinette : Textilien, Wolle, Schafe der Eisenzeit in der Schweiz / Antoinette Rast-Eicher
Basel : Archäologie Schweiz , 2008.
(Antiqua ; 44)
ISBN 978-3-908006-36-7

Ich werde sie mir heute Mittag auf der Uni anschauen und versuche euch ein Feedback geben zu können.
CROM grant me Revenge! :rauchen:

2

Dienstag, 4. August 2009, 14:41

Prima! Ich bin gespannt.

3

Dienstag, 4. August 2009, 17:34

Ich konnte in der Kürze nicht alles aufsaugen und bin hier sicher nicht der Textilfachmann um hier Kritik zu üben bzw. ein fundierte Bewertung vornehmen zu können wie etwa Marled oder Meles.

Die Arbeit hat einen Schwerpunkt auf der Verarbeitung der Wolle bzw. der "Feinheit" der Gewebe. Anahnd von Haaranalysen wird auch auf Arten etc. eingegangen. Wie auch bei älteren Arbeiten zum Thema mit regionalem Bezugspunkt werden die einzelnen Funde vorgestellt und beschrieben, Verteilungen von Bindungsarten und Entwicklungen aufgezeigt. Z.B. sehr viel Köperbindung in der Schweiz während Spätthallstatt und Frühlatene. Danach nimmt bis zur Spätlatenezeit die Köperbindung immer mehr ab und die Leinwandbindung in den Vordergrund. Auch geht sie sehr ausführlich auf Lage von Textilien in den Gräbern ein und deren Bindungsart etc.
Aufgrund von Untersuchungen von Stoffen in Schulterhöhe schließt sie die Peblostracht komplett für den Schweizer Raum aus(!!). Begründet wird dies mit dem Vorhandensein von Webkanten in diesem Bereich (schwer zu erklären).

Ich denke da wir sowieso nicht so reich mit Textilfunden gesegnet sind ist die Arbeit wie frühere Publikationen (Banck-Burgess oder Kurzynski) grundlegend.
Soweit meine kurze "Rezension". Ein Nachtrag von der Textilfraktion würde das ganze sicher abrunden. ;)
CROM grant me Revenge! :rauchen:

4

Dienstag, 4. August 2009, 22:36

Ein Ausschluss der Peblostracht für den Schweizer Raum aus würde allen bisherigen Publikationen widersprechen- Wie will sie dann all die Fibeln links und rechts des Halses erklären? Na, da bin ich mal gespannt.
Grüsse
Joachim

5

Mittwoch, 5. August 2009, 10:27

Sie tendiert mehr zu einer Menimane Tracht. Den Ausschluss begründet sie damit, dass die Textilien in Schulterhöhe mit Fibeln (Paarweise/Frauengräber) eine Webkante aufweisen. Dies ist für sie das Ausschlusskriterium. Ich habe aber die ganze Diss. nur angelesen. Viele Sachen nur überflogen.
Was wirklich interessant ist sind die Untersuchungen der Fäden, Stärke, Material etc. und die Vergleiche mit heutigen Schafrassen.
CROM grant me Revenge! :rauchen:

Riia

unregistriert

6

Mittwoch, 5. August 2009, 10:30

Ein Ausschluss der Peblostracht für den Schweizer Raum aus würde allen bisherigen Publikationen widersprechen- Wie will sie dann all die Fibeln links und rechts des Halses erklären? Na, da bin ich mal gespannt.
Grüsse
Joachim


Stimmt! Zudem zeigen manche Museen in der Schweiz in ihren grafischen oder figürlichen Kleiderdarstellungen in der Regel die Peblostracht. Alle zusammen können sie kaum irren. :zwinker:

Gruss Rii

7

Mittwoch, 5. August 2009, 12:26

Und ich hab das Buch immer noch nicht, die Schweizer wollen das Buch anscheinend nicht verkaufen :mecry: :mecry: :mecry:
Marled
Kleidermotte in historischen Textilien aus Leidenschaft!
Näheres dazu in meinem Blog
Archäotechnik - textile Fläche

8

Mittwoch, 5. August 2009, 13:56

So ich habs mir mal in der Stabi bestellt
Teile dein Wissen mit anderen. Dies ist eine gute Möglichkeit, Unsterblichkeit zu erlangen. - Dalai Lama

10

Mittwoch, 5. August 2009, 21:49

Danke Meles. Wie gesagt macht euch ein eigenes Bild. Mir erschließt sich auch nicht alles. Interessant finde ich die Zuschreibungen von Fragmenten zu Grabtüchern oder dann wieder zu Kleidungsstücken. Auch die Verteilung der Bindungsarten ist aufschlussreich.
Ich bin jetzt gespannt was ihr sagt wenn ihr mal reingeschaut habt. ;)
CROM grant me Revenge! :rauchen:

11

Donnerstag, 6. August 2009, 11:39

Danke ebenso für Bericht und Beleg!
Da denke ich auch so über Köperbindung und Leinwandbindung in Laufe der Zeit bis SLT. Ich trage meine winterliche handgewebte Köperbindungtunika (obwohl gutes und teueres Stoff) auch nicht (mehr) für SLT, sondern die einfachere in Leinwandbindung.

Joze

12

Donnerstag, 6. August 2009, 12:13

Den Ausschluss begründet sie damit, dass die Textilien in Schulterhöhe mit Fibeln (Paarweise/Frauengräber) eine Webkante aufweisen.


Ich verstehe nicht, warum eine Webkante als Abschluss die Moeglichkeit einer Peplostracht ausschliesst???
"Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen."
Teresa von Ávila

13

Donnerstag, 6. August 2009, 12:57

Weil, so wie ich das verstanden habe, der Peplos immer gleich mit Überschlag gesehen wird und damit wäre die Webkante dann weiter unten und nicht im Bereich der Fibeln. Allerdings trage ich wie auch einige andere den Peplos durchaus ohne Überschlag und habe damit auch die Webkante im Bereich der Fibeln.
Marled
Kleidermotte in historischen Textilien aus Leidenschaft!
Näheres dazu in meinem Blog
Archäotechnik - textile Fläche

14

Donnerstag, 6. August 2009, 13:11

Ich versteh das problem auch nicht! es kommt doch wirklich immer drauf an wie man etwas trägt.


M.
„manus manum lavat“
(Eine Hand wäscht die andere)


http://www.epochenspringer.de/

http://www.projekt-latene.de/

15

Donnerstag, 6. August 2009, 13:40

Hi!
Diese Diskussion hatten mal auch wir schon in Slow.: unseren Archäologen haben Lt - Kleider (Frauen) auch mit Kanten "oben im Schulterbereich" reconstruiert (Ausstellungskatalog zur Ausstellung Kelten, Celje, 1991) . Irgendwie ähnliche Zeichnung hat vor 2 Jahren die Archäologin Alenka Jovanovic, Posavski muzej Brezice (Funde: Wagengrab, Negauer Helm, schön verzierte Schwertscheide aus Ort Dobova,...) unserer Esogruppe gegeben. Als ich am Dürrnberg war - habe CD-Fotos mitgebracht und die "Gruppenhandwerkerin" hat spätter nach diesen Vorlagen Peblos gemacht (Kanten unten).
( Doch habe ich für die Diskussion 1 Jahr nicht gewusst)
Marled: finde gut, wenn du auch "mal anders" trägst!

Joze

meirah

unregistriert

16

Donnerstag, 6. August 2009, 17:33

hm, meines Wissens heisst ein Gewand "peplos" wenn es mit Umschlag getragen wird...weiter vorne wird ja bereits auf die Menimane-Tracht hingewiesen...allerdings bin ich im laufe meiner Info-Suche schon auf sehr viele unterschiedliche Definitionen gestoßen... nochmal hm ?(

hat da vlt noch jemand nen Tipp zur Begriffsklärung?

17

Donnerstag, 6. August 2009, 18:07

Der Umschlag an der Schulter wie auch der im Tailien/Hüft-Bereich heißt Apoptygma. Der ist allerdings nur optionell, ebenso die Variante mit Scheinärmeln durch mehrfache Schließung der Oberkannte.

Peplos hat sich in der "Szene" für das Schlauchgewand das von vielen weiblichen Darstellern getragen wird eingebürgert, tatsächlich aber bezeichnet es nicht unbedingt den Schnitt sondern mehr das Material aus dem es besteht und stammt vom altgriechischen, also aus Hellas bzw. Ionien (Asia Minor). Ursprünglich wohl aus Phönizien oder Mesopotamien.

Chiton [kiton]>Kleidung aus Leinen (wird oft mit dem Sackschnitt in Verbindung gebracht)
Peblos [peblos](?)>Kleidung aus Wolle (wird oft mit dem Schlauchschnitt in Verbindung gebracht)


Quelle: Mode im antiken Griechenland. Textile Fertigung und Kleidung von Anastasia Pekridou-Gorecki


lg Stephan

18

Donnerstag, 6. August 2009, 18:52

Weil, so wie ich das verstanden habe, der Peplos immer gleich mit Überschlag gesehen wird und damit wäre die Webkante dann weiter unten und nicht im Bereich der Fibeln. Allerdings trage ich wie auch einige andere den Peplos durchaus ohne Überschlag und habe damit auch die Webkante im Bereich der Fibeln.
Marled


Eben, meine ich auch. Der Überschlag ist ja nicht kategorisch beim Peplos...
"Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen."
Teresa von Ávila

meirah

unregistriert

19

Dienstag, 11. August 2009, 11:07

@Dain II...


die Definition über verschiedene Materialien ist mir neu ....interessante Variante...

hier mal zwei Links

http://www.metmuseum.org/toah/hd/god3/hd_god3.htm

http://www.classics.cam.ac.uk/museum/peplos_kore/

da geht es unter anderem auch um die "Peplos-Definition"...

hab ein bisschen gebraucht für die Antwort ..mir ist im letzten Monat die Festplatte "abgeraucht" im wahrsten Sinn des Wortes, dabei gingen viel Infos verloren...

20

Freitag, 28. August 2009, 19:01

Melde gehorsamst: Buch im Urlaub durch gelesen.
Zusammenfassung gibts in Kürze.
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