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1

Samstag, 18. Februar 2012, 11:42

Schläfenwendelringe

Gibt es Frauen unter euch, die schon Schläfenwendelringe (als Replik oder Reko) tragen und wie habt ihr sie befestigt? Ich habe in einigen Threads gesucht, mir fehlen aber noch ein paar anschauliche Bilder und unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten.
Es wäre schön, wenn hier mal wieder eine fruchtbare Diskussion entstehen könnte.
Marled
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2

Samstag, 18. Februar 2012, 22:53

Keine Wendelringe, sondern Kahnringe: Angenäht ans Kopftuch. Liegt am Befund - das andere Gerödel würde schlecht in ein Haargeflecht passen. Das Kopftuch ist aber gleichwohl eine Verlegenheitslösung, ich persönlich halte eine komplexere Haube für wahrscheinlicher, aber das ist meine Privattheorie. Bleiben wir mal offiziell bei den bleicheimerbasierten Kopftüchern.

H

3

Sonntag, 19. Februar 2012, 12:34

Wenn es die gleiche Ringe sind, wie die die Ha Puppe in dem NHG Museum Nürrnerg hat, die sind aufgenäht - so wie der Hans bereits gesagt hat.

Joze

4

Sonntag, 19. Februar 2012, 12:52

Im Befund sind hier kleine Ringlein gefunden worden an den Schläfenwendelringen, so dass man davon ausgehen kann, dass die großen Ringe ein- und abgehängt werden konnten.
Auf den Situlenbildern hängen die Ringe UNTER den Schleiern! Gibt es sonst noch Ideen?
Marled

Hans, gibt es mal ein Bild von eurer Lösung?
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »marled« (19. Februar 2012, 12:53)


5

Sonntag, 19. Februar 2012, 13:22

Es mangelt uns an Ringen im Befund, so dass wir uns für Schlaufen entschieden haben. Die Ringe sind somit auch entfernbar. Bei Versionen unter dem Schleier sind auf Bänder aufgenähte Ringe a la 1001 Nacht denkbar, mein' ich. In die Ringe dann die Schläfenringe. Solche Bänder als Unterkonstruktion würden sich auch bei den Befunden mit Dutzenden von Nadeln anbieten. Auch unser Befund hat zusätzlich Nadeln, die etwas unentschlossen befestigt sind. Ich gehe wirklich von einer Unterkonstruktion ähnlich wie unter einer Nonnenhaube aus.



H

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Hans« (19. Februar 2012, 13:30)


6

Sonntag, 19. Februar 2012, 14:27

ich habe ebenfals Schläfenringe die mit Kleinen Ringchen versehen sind ich habe sie an ein Stiernband genäht über das dann das Schleiertuch getragen wird.

zur verdeutlichung mal 2 Bilder



Ich hoffe das hilf dir weiter. Die Ringe bestehen aus Bronze.

Ich habe aber auch schon mal darüber nachgeacht ob sie nicht vieleicht auch an der Kante eines Haartnetzes befest worden sein können.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Nagaroonia« (19. Februar 2012, 14:32)


7

Sonntag, 19. Februar 2012, 19:35

Welche Literatur habt ihr bisher durchgesehen? Im Band Hundert Meisterwerke gibt es dazu einen Artikel von Dr. Cordie. Dann hat sie noch einen Artikel zur Trageweise in der Trierer Zeitschrift publiziert. Vorschläge dazu gibt es auch noch in ihrer Doktorarbeit zum Gräberfeld von Bescheid.
Wenn ich mich nicht irre gibt es noch einen Artikel zu Schleiern und Haartracht von Dr. Karina Grömer.

Patrick
CROM grant me Revenge! :rauchen:

8

Sonntag, 19. Februar 2012, 21:02

Cordie ist gelesen und befragt, den Artikel von Grömer kenne ich (noch) nicht, außerdem Die Wendelringe der späten Bronze- und frühen Eisenzeit von Heynowski. Aus dem letzteren habe ich übrigens auch die Info, dass die meisten Schläfenwendelringe nicht tordiert, sondern so gegossen wurden, was meinen Bronzegießer zur Verzweiflung getrieben hat.
Es geht mir hier vor allem um praktische Erfahrungen mit verschiedenen Trageweisen.
Marled
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9

Montag, 20. Februar 2012, 10:33

Ich hatte mir vor einigen Jahren einige nach einem süddeutschen Befund (muss ich rauskramen, da ich das Ganze dann in die Kiste gepackt habe) einige Bronzeringe (im Kopfbereich gefunden) gießen lassen und diese probeweise als "Beschwerer" an den Schleierrand direkt angenäht und auch mal direkt ins Haar im Schläfenbereich geflochten. Fazit: Als Haarschmuck zu schwer, da wären eher die hallstätter Goldringelchen geeignet, als "Schleierbeschwerer" durchaus einsetzbar. An ein Stirnband hatte ich auch gedacht, aber die Ringe waren unter dem Schleier nicht mehr sichtbar, das macht effektiv nur mit den Wendelringen Sinn.
Die Ringe waren jedoch nicht gut gearbeitet und erinnerten mehr an slawische Schläfenringe, daher hatte ich das Projekt voresrts auf Eis gelegt und lieber mit Schleiernadeln experimentiert.
Tatsächlich sieht auf auf Situlendarstellung des öfteren großen Ringe unter dem Schleier hervorblitzen, aber soweit ich mich erinnere sind die großen Schläfenringe nur auf den Hunsrück-Eifel-Bereich limitert...
Meles hatte vor Jahren eine Lösung mit einem Spraangnetz, der von einer schmalen Borte umfasst wurde, an dem die kleinen Ringelsche angenäht waren, in die wiederum die großen Wendelring eingehängt wurden (... was für ein verschachtelter Satz!!!), eine schöne schlüssige Lösung
"Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen."
Teresa von Ávila

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Magali« (20. Februar 2012, 10:36)


10

Montag, 20. Februar 2012, 11:35

Ja, die Lösung von Dachs kenne ich und finde sie sehr gut. Allerdings würde ich gern noch Alternativen kennenlernen. An die Lösung von Nagaroonia (vielen Dank für die Bilder übrigens) habe ich auch schon gedacht, das habe ich auch schon mit den kleinen Wendelringen so gemacht, glaube aber, dass die großen zu schwer für diese Trageweise sind.
Magali, du hast eine sehr interessante Frage aufgeworfen: wo sind Schläfenwendelringe getragen worden? Leider gibt das o.a. Buch keine Auskunft darüber, die Schläfenwendelringe sind hier nicht separat aufgeführt, sondern werden nur im Zusammenhang mit den Funden im Rheinland erwähnt.
(Hals)Wendelringe finden sich überwiegend im Norden Europas, hier von Ost nach West, ein Exemplar wird aus Spanien berichtet, aber Italien ist nicht dabei. Jetzt weiß ich natürlich nicht, ob der Verfasser sich nicht mit den Funden in Italien auseinandergesetzt hat oder ob es schlichtweg keine gab.
Interessant ist jedenfalls, dass die Darstellung von Schläfenringen auf den Situlen gerade aus südöstlichen Regionen kommen.
Marled
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11

Dienstag, 21. Februar 2012, 09:29

Hallo Marled,

ich hatte hier irgendwo Bilder von der Präsentation in Neuss (Austellung "Ein Bronzestreif am Horizont" eingestelllt. Zur Zeit habe ich weder Zugriff auf meinen Rechner noch auf irgendwelche (Textil-) Unterlagen :-((( Alles noch in Kisten und Kartons.

Meine Umsetzung geht auf die Aufsätze und Deutung von Fr. Dr. Cordie zurück, in Verbindung mit den von H.J. publizierten Ergebnissen zu den Textilfragmenten.
Über der Spranghaube trage ich einen leichten Wollschleier. mit der Optik bin ich noch nicht so wirklcih zufrieden ..... da könnte mehr "Frisur" unter der Haube sein.

Der Grömer/Kania Artikel zu den Frisuren ist im EXAR-Band zur Tagung 2005(?) zu finden.

12

Dienstag, 21. Februar 2012, 15:25

Ich denke, das ist der hier
Karina Grömer und Katrin Kania: Eine haarige Angelegenheit – Rekonstruktionsversuche zu hallstättischen Funden von Nadeln im Kopfbereich. 3. internationale exar-Jahrestagung vom 20.-23. Oktober 2005
Wer nichts weiß, muss alles glauben.
(Marie von Ebner-Eschenbach. Österreichische Schriftstellerin, 1830-1916)

13

Dienstag, 21. Februar 2012, 21:15

Ich meinte den hier:
K. Grömer und K. Kania 2005: Experimente zur Haar- und Schleiertracht in der Hallstattzeit. Mitt. Anthropol. Ges. Wien 2005, 134/135
Kann aber sein, dass der Inhalt identisch ist.
CROM grant me Revenge! :rauchen:

14

Mittwoch, 22. Februar 2012, 09:24

Auf jeden Fall kommt man an einen Beitrag in einer Zeitschrift normalerweise leichter ran als an Proceedings einer Konferenz :lesen:
Wer nichts weiß, muss alles glauben.
(Marie von Ebner-Eschenbach. Österreichische Schriftstellerin, 1830-1916)

15

Mittwoch, 22. Februar 2012, 11:57

Ja, die Lösung von Dachs kenne ich und finde sie sehr gut. Allerdings würde ich gern noch Alternativen kennenlernen. An die Lösung von Nagaroonia (vielen Dank für die Bilder übrigens) habe ich auch schon gedacht, das habe ich auch schon mit den kleinen Wendelringen so gemacht, glaube aber, dass die großen zu schwer für diese Trageweise sind.
Magali, du hast eine sehr interessante Frage aufgeworfen: wo sind Schläfenwendelringe getragen worden? Leider gibt das o.a. Buch keine Auskunft darüber, die Schläfenwendelringe sind hier nicht separat aufgeführt, sondern werden nur im Zusammenhang mit den Funden im Rheinland erwähnt.
(Hals)Wendelringe finden sich überwiegend im Norden Europas, hier von Ost nach West, ein Exemplar wird aus Spanien berichtet, aber Italien ist nicht dabei. Jetzt weiß ich natürlich nicht, ob der Verfasser sich nicht mit den Funden in Italien auseinandergesetzt hat oder ob es schlichtweg keine gab.
Interessant ist jedenfalls, dass die Darstellung von Schläfenringen auf den Situlen gerade aus südöstlichen Regionen kommen.
Marled


Da Problem ist, dass ich noch nicht über große oder größere Ringe im Kopfbereich bei den südöstlichen oder auch italischen Befunden gestoßen bin, die den Wendelringen entsprechend als Kopf-/Schläfenzierde interpretiert werden könnten, da haben wir nur die Darstellungen einiger Damen auf den Situlen... Grömer schlägt ja in dem oben genannten Aufsatz (s. Patrick) auch bestimmte Frisuren vor - Stichwort Affenschaukeln u.s.w. - aber mir scheint auf einigen Situlen doch eher einen ringförmigen Haar-/Hauben-/Schläfenschmuck erkennen zu können, allerdings fehlen mir die entsprechenden Funde... seufz... :lesen:
"Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen."
Teresa von Ávila

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Magali« (23. Februar 2012, 12:00)


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