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Andrastos

unregistriert

1

Donnerstag, 20. Juli 2006, 14:33

Lederhosen bei den Kelten?

Ich habe mir die Ausgabe „Die Kelten“ des Karfunkel Verlags zugelegt. Darin wir auf Seite 12 angedeutet das die Kelten wahrscheinlich zum Reiten und teilweise auf dem Schlachtfeld Lederhosen getragen haben sollen. Bis lang habe ich in noch in keinem Buch über so was gelesen, auch über einen Fund der dies belegen könnte ist mir nichts bekannt. Was wisst ihr darüber? Mein Interesse gilt vor allem der Kriegerdarstellung der LTD Zeit.

Andrastos

unregistriert

3

Donnerstag, 20. Juli 2006, 18:56

Hallo Meles Primus
Danke für den Link.
Leider kann ich kaum Englisch aber es ist rüber gekommen :zwinker:
Ich muss gestehen das ich der Feminalia bis lang kaum beachtung geschenkt habe.
Es tun sich aber dennoch Fragen für mich auf.
Für die Reiterei ist ja alles klar, aber was ist mit dem Fussvolk und sind Keltische Funde aus Leder bekannt?
Gruss

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Andrastos« (20. Juli 2006, 19:03)


4

Donnerstag, 20. Juli 2006, 19:52

Es gibt meines Wissens einen Fund von Lederresten (vermutlich eine Arbeitshose) im Bergwerk von Hallstatt oder Hallein. Aber ob die auch beim Kampf getragen wurden?

Beim Reiten hatte man meiner Meinung allerdings sicherlich auch Lederhosen mit Außennähten (Wolle, Filz, Leinen oder ähnliches reibt sich zu schnell durch).

lg Stephan

5

Freitag, 21. Juli 2006, 08:58

Ich denke wenn die "Reiter-Hose" wriklich aus Leder war (?) könnte das zumindest eine heiße Spur sein, allerdings sollte sich jemand dazu äßern, der sich mit der Römischen Reiterei besser auskennt als ich. (bei www.akente-buch.de gibts die 3 Bände römische Reiterei übrigens zu 14,95/Stück im Angeot)

Die "Lederhose" aus den Dürrnberg-Grabungen hatte Simon mal als Agument ins Rennen geworfen.

Aufidius

unregistriert

6

Freitag, 21. Juli 2006, 21:32

Das Material der römischen Reithosen, die mit den keltischen Hilfstruppen eingeführt wurden, ist unklar.

Ich zitiere mal aus M. Junkelmann "Die Reiter Roms, Band III":
" Das Material ist unsicher, es kann weiches Leder, Leinen oder Tuch gewesen sein. Möglicherweise sind je nach Jahreszeit, Standort und Gelegenheit verschiedene Materialien verwendet worden.
Auf einem Reitergrabstein aus Mainz, der noch Reste seiner Bemalung besaß, waren die Hosen des Calo von hellgelber Farbe, was gut zu Leder passen würde. In London wurden Überreste lederner römischer Hosen gefunden, germanische Moorleichen sind oft mit Lederhosen bekleidet.
Wir benutzten vornehmlich feminalia aus vegetabilisch gegerbtem Hirschleder, die sich ganz hervorragend bewährten. Wundreiten kam nur vor, soweit mißlungene Sattelrekonstruktionen eingesetzt wurden. Leder hat vor allem den Vorzug, daß sich keine Falten bilden.
Die rauhe Oberfläche des Leders gibt den Schenkeln zudem einen besseren Halt am Sattel und an den Pferdeflanken. Die Nachteile gegenüber leinernen Hosen bestanden darin, daß sie schwerer zu reinigen waren und dadurch rasch ein unansehnliches Äußeres bekamen, und daß sie bei Hitze etwas stickig wurden."


P.S.
14,95 pro Band! Ich hab meine für 25 gekauft.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Aufidius« (21. Juli 2006, 21:33)


7

Montag, 24. Juli 2006, 13:24

Die "germanischen Moorleichen" mit Lederhosen sind eine falsche Spur, leider.
Diese Funde tauchen nur in der Zusammenstellung von A. Dieck auf und werden von Frau Eisenbeiß (LAndesmuseum Hannover) nicht bestätigt.

Andrastos

unregistriert

8

Dienstag, 25. Juli 2006, 08:44

Hallo Dain II.
Klingt sehr Interessant und auch nach einer Heissen Spur. Ich werde dem mal auf den Grund gehen. Es ist für mich grundsätzlich Interessant einen Nachweis dafür zuhaben das Kelten Leder Hosen getragen haben. Für welchen Zweck muss man sich eben selber zusammen reimen, da es für den Verwendungszweck wohl kaum einen Belegbarenbeweis geben wird, bestenfalls eben als Reiterhose durch Schriftlichenüberlieferung. Im Bergwerk macht es sicher sinn wie auch generell für Schutzbekleidung (Arbeitsschutz) oder eben als Reiterhose.

Hallo Meles primus
Besten dank für den Buch Tipp. Die Anschaffung ist sicher zu überlegen. :)

Hallo Aufidius
Das mit dem Grabstein ist mir also schon etwas zu unsicher.
Der Bericht des Selbstversuches gefällt mir hingegen sehr gut. :) Reitest du den selber auch?

Aufidius

unregistriert

9

Dienstag, 25. Juli 2006, 09:55

Hallo Taranis,

nein, ich reite nicht selber, interessiere mich aber sehr für Pferdesport, auch ohne historischen Hintergrund.
Das Zitat stammt von Markus Junkelmann, der selber einen "Limesritt" von der Nordsee bis nach Aalen unternommen hat.
In "Die Reiter Roms" wird sehr ausführlich die gesamte Ausrüstung, sowie Reitweise, Pferderassen, Schirrungen, Pferderennen, Jagd zu Pferde etc. beschrieben.

Besagter Band III enthält 31(!) Seiten Literaturverzeichnis, falls noch Bedarf besteht. :)

Andrastos

unregistriert

10

Dienstag, 25. Juli 2006, 11:17

Hallo Aufidius
Die Reiterei ist wirklich eine sehr interessante Sache. :)
Ich beschränke mich momentan aber doch eher auf das Keltische Fussfolk.
Bin eben noch Einsteiger. :zwinker:
Ich würde gerne auf dich zurückkommen falls sich dazu noch Fragen ergeben.
Danke noch mal für die Freundliche Unterstützung